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Alt 10.02.2013, 00:52   #1
erdmännchen->Emailproblem
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erdmännchen
Standard Krankengeld - Kündigung - ALG

Hallo erst mal ...
ich bin neu hier und möchte euch gerne meine derzeitige Lage erzählen, mit der ich sehr verzweifelt bin. Vielleicht kann mir der/die eine oder andere ja mit ein paar Tipps weiterhelfen, ich hoffe es so sehr, also:

Ich war seit 1986 in der selben Firma beschäftigt, also fast 27 lange Jahre. Im vergangengen Sept. war ich 60, bin zusammen mit meinen Chefs alt geworden. Aufgrund von Veränderungen in der Firma (Chefwechsel) drängt man mich seit ca. 1 Jahr in die Rente für Schwerbehinderte (GdB 50), was ich aber nie wollte, ich arbeitete halbtags und wollte, dass das auchso bleibt. Ohne Vorwarnung lag dann 3 Tage vor Hl.Abend morgens eine "Vereinbarung" auf meinem PC mit dem Inhalt, dass mein derzeitiges Arbeitsverhältnis von meiner neuen Chefin übernommen wird bis 31.03.13 und dann in einen Minijob übergeht. Mein alter Chef (der Ende Dez. ausschied) und die neue Chefin haben mich nahezu zur Unterschrift genötigt und so habe ich heulend unterschrieben. Am 07.01. hatte ich ein Beratungsgespräch bei der DRV, das ergab, dass meine vorzeitige Altersrente mit den Abschlägen gerade einmal 440 € betragen würde! Ich war entsetzt und habe nach ein paar Tagen Überlegung den Rentenantrag zurückgenommen in der Hoffnung, mit meiner Chefin reden zu können, um eine andere Regelung zu finden. Doch sie bleibt stur. Alternativ hat sie mir eine Aufhebungsvereinbarung angeboten mit dem Hinweis, ich sollte mir ein ärztl. Attest besorgen, dass ich meine Arbeit nicht mehr machen kann, damit würde ich dann bei der Agentur f. Arbeit keine Sperre bekommen. Ich habe dann bei der AfA angerufen, dort hat man mir sogar gesagt, wie der Text für das Attest lauten sollte und das Attest habe ich dann auch ohne weiteres von meinem Arzt bekommen. Das habe ich dann am anderen Tag meiner Chefin vorgelegt und deren Kommentar war dann: Nun haben Sie ja ein Attest, mit dem können Sie jetzt selbst kündigen, eine Aufhebungsvereinbarung machen wir jetzt nicht mehr. Ich war fix und fertig, saß nur noch heulend an meinem PC und bin nun seit 21.01. krankgemeldet.
Ich weiß im Nachhinein selbst, dass ich mich mit der Unterschrift auf der Vereinbarung vom Dez. praktisch "selbst abgeschossen" habe. Ich habe 7 Monate Kündigungsfrist verschenkt und eine evtl. Abfindung. Aber meine Firma war für mich wie eine zweite Familie und noch nie lag ich mit meinem Vertrauen an das Gute im Menschen so daneben wie bei meinen Chefs. Das hilft mir jetzt jedoch auch nichts mehr, ich bin ziemlich fertig und am Boden und befinde mich derzeit in der Einstellung auf Antidepressiva, damit ich überhaupt ein Wort rausbringe, ohne zu heulen. Aber nun meine Fragen:

Ich bin nun ja krankgeschrieben, wahrscheinlich auch noch eine längere Zeit. Man hat mir gesagt, dass ich mein Arbeitsverhältnis zum 31.03. mit einer 4- wöchigen Frist kündigen muss, damit das ALG vom normalen Gehalt und nicht von 400 € Minijob ab 01.04. berechnet wird. Also werde ich um den 28.02. dem Arbeitgeber meine Kündigung zum 31.03. schicken oder dort mit einem Zeugen in den Briefkasten werfen.

Wenn ich nun aber über den 31.03. hinaus weiter krankgeschrieben werde, bekomme ich dann auch weiter Krankengeld, auch wenn das Arbeitsverhältnis nicht mehr besteht?

Muss ich mich dann am gleichen Tag arbeitslos melden, auch wenn ich noch krankgeschrieben bin? Wenn ja, mache ich das telefonisch oder muss ich persönlich hin?

Oder muss ich mich bei der AfA erst dann arbeitslos melden, wenn die Krankmeldung endet, weil ich dem Arbeitsmarkt erst dann wieder zur Verfügung stehe?

Ob ich überhaupt Chancen habe, mit 60 1/2 nochmal eine Arbeit zu bekommen, wenn ich meinen bisherigen Beruf lt. ärztl. Attest nicht mehr ausüben kann - oder kann mich die Agentur f. Arbeit zwangsweise in die Schwerbehindertenrente schicken?

Mein Ziel wäre halt, noch 3 Jahre Beiträge in die Rentenkasse zu erlangen, weil man mit 63 ohne Abschlag in die vorzeitige Schwerhindertenrente kann.

Ich weiß, es sind viele Fragen auf einmal, die ich habe. Ich dachte nie, dass ich mich damit einmal befassen muss. Und ich habe panische Angst davor, dass ich ab 01.04. nicht mehr weiß, wovon ich leben und meine lfden. Ausgaben bezahlen soll.

Ich bedanke mich im voraus schon einmal recht herzlich für den einen oder anderen guten Rat und werde auch gerne auf weitere Fragen antworten.
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Alt 10.02.2013, 04:41   #2
Doppeloma
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Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Frage AW: Krankengeld - Kündigung - ALG

Hallo erdmännchen,

zum ersten Teil deiner Geschichte kann ich nicht viel sagen (schreiben), dass du dich da hast ganz schön "überfahren lassen", das hast du ja schon selber bemerkt ...
Hast du das schriftlich von der AfA, dass du keine Sperre bekommen wirst, auf mündliche Aussagen solltest du dich in solchen Sachen niemals verlassen.

Zitat:
Am 07.01. hatte ich ein Beratungsgespräch bei der DRV, das ergab, dass meine vorzeitige Altersrente mit den Abschlägen gerade einmal 440 € betragen würde!
Bei deinen aktuellen Berufsaussichten (und somit Beitrags-Aussichten zur Erhöhung eines späteren Renten-Betrages), wird das aber auch in 3 Jahren ohne Abzüge nicht bedeutend mehr sein ???

Zitat:
Ich bin nun ja krankgeschrieben, wahrscheinlich auch noch eine längere Zeit. Man hat mir gesagt, dass ich mein Arbeitsverhältnis zum 31.03. mit einer 4- wöchigen Frist kündigen muss, damit das ALG vom normalen Gehalt und nicht von 400 € Minijob ab 01.04. berechnet wird. Also werde ich um den 28.02. dem Arbeitgeber meine Kündigung zum 31.03. schicken oder dort mit einem Zeugen in den Briefkasten werfen.
Wer hat dir das "gesagt", bitte lass dir solche Aussagen schriftlich geben, sonst ist der nächste Reinfall vorprogrammiert, den Behörden solltest du noch weniger trauen als deiner früheren "Firmen-Familie", schicken bitte nur per Übergabe-Einschreiben ...wenn das mal alles gut geht ...

Zitat:
Wenn ich nun aber über den 31.03. hinaus weiter krankgeschrieben werde, bekomme ich dann auch weiter Krankengeld, auch wenn das Arbeitsverhältnis nicht mehr besteht?
Solange du ohne einen einzigen Tag Unterbrechung weiterhin AU geschrieben bist sollte das kein Problem werden (bitte auch auf die Abdeckung von Wochenenden /Feiertagen mit AU-Bescheinigung achten), den ab Ende deines Arbeitsverhältnisses wäre dann die Krankenkasse zuständig dir Krankengeld zu zahlen.

Das beträgt dann ca. 80% deines letzten Einkommens, es gibt also auf jeden Fall schon weniger Geld als vorher vom AG und leider sind auch die KK inzwischen nicht mehr so zahlungswillig bei langdauernder AU.

Zitat:
Muss ich mich dann am gleichen Tag arbeitslos melden, auch wenn ich noch krankgeschrieben bin? Wenn ja, mache ich das telefonisch oder muss ich persönlich hin?
Ja musst du, und direkt auch mitteilen, das du noch auf unbestimmte Zeit AU sein wirst, man kann das inzwischen auch schon telefonisch machen ist aber sehr unsicher, wenn du diese Meldung mal beweisen musst.

Zitat:
Oder muss ich mich bei der AfA erst dann arbeitslos melden, wenn die Krankmeldung endet, weil ich dem Arbeitsmarkt erst dann wieder zur Verfügung stehe?
Die sagen dir dann schon wann du dich wieder melden sollst, aber das siehst du schon richtig, man wird NIX weiter von dir wollen solange du AU geschrieben bist.

Zitat:
Ob ich überhaupt Chancen habe, mit 60 1/2 nochmal eine Arbeit zu bekommen, wenn ich meinen bisherigen Beruf lt. ärztl. Attest nicht mehr ausüben kann -
Ich fürchte du hast (noch dazu mit vorläufiger Krankschreibung auf unbestimmte Zeit) in keinem Beruf mehr Aussichten auf eine neue Arbeitsstelle zu vernünftigen Bedingungen.
In welchem Bereich hast du denn bisher gearbeitet, gibt es Tätigkeiten die ähnlich sind und die noch schaffen würdest, dann kannst du dir nur selber helfen, einen anderen Job zu finden, von der AfA darfst du da nicht ernsthaft was erwarten.

Zitat:
oder kann mich die Agentur f. Arbeit zwangsweise in die Schwerbehindertenrente schicken?
Nein, die AfA darf dich nicht in Rente schicken, egal in welche, das wäre erst beim JobCenter (Hartz 4-Bezug) der Fall ab 63 können die Leute da zur Antragstellung "aufgefordert" werden...

Zitat:
Mein Ziel wäre halt, noch 3 Jahre Beiträge in die Rentenkasse zu erlangen, weil man mit 63 ohne Abschlag in die vorzeitige Schwerhindertenrente kann.
Ich kenne ja dein aktuelles Einkommen nicht, Krankengeld wird schon mal geringer sein /ALGI noch weniger (60% für Leistungsempfänger ohne Kinder im Haushalt), entsprechend gering werden auch die Beiträge sein, die da noch in deine Rente einfließen werden...

Welche Erwartungen hast du denn aktuell so im Bezug auf deine (ungekürzte) Rente ab 63, ich fürchte du hast da ganz falsche Vorstellungen vom Renten-Zuwachs der da noch kommen könnte...

Zitat:
Ich weiß, es sind viele Fragen auf einmal, die ich habe. Ich dachte nie, dass ich mich damit einmal befassen muss. Und ich habe panische Angst davor, dass ich ab 01.04. nicht mehr weiß, wovon ich leben und meine lfden. Ausgaben bezahlen soll.
Es wird auf jeden Fall weniger Geld sein, als du jetzt ausgezahlt bekommst, denn das Krankengeld von der KK ersetzt ja nicht den vollen Lohn.

Du kannst eventuell Wohngeld dazu beantragen, kommt auf die Höhe deiner Miete an ...wenn es gar nicht reicht bleibt nur ein anderer Job/wenigstens ein Minijob ...das funktioniert aber eher nicht im Krankengeldbezug oder du mußt Aufstocken mit Hartz 4 vom JobCenter ...

Zu deiner Rente (aktuell 440) darfst du übrigens auch bis 450 € dazuverdienen und Wohngeld kann man (bei Notwendigkeit) auch noch ergänzend bekommen...

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
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Alt 10.02.2013, 14:13   #3
aidafan301
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Standard AW: Krankengeld - Kündigung - ALG

Hallo Erdmännchen,

mache dir wegen des Krankgeldes keine zu große Sorgen. Wenn Du während der Beschäftigung krank bist und wirst dann arbeitslos (so war es bei mir auch), dann läuft das Krankengeld weiter.

Vorsichtshalber war ich auch bei der Arbeitsagentur. Nicht, dass die sagen, ich hätte mich nicht gemeldet oder so. Aber die haben gesagt, dass ich mich dort erst melden muss, wenn ich kein Krankengeld mehr bekomme bzw. arbeitsfähig bin.

Ich wurde arbeitslos, habe dann das Krankengeld ausgeschöpft, war noch in der Reha und wurde dann weiter an die Arbeitsagentur geleitet, bis ich den Anspruch auch ausgeschöpft habe. Zum Glück lief das ALG bis Dezember und in dem Monat kam auch der Rentenbescheid.

LG
Gaby
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Alt 11.02.2013, 00:42   #4
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erdmännchen
Standard AW: Krankengeld - Kündigung - ALG

Hallo Doppeloma und
hallo Gaby

vielen Dank vorab für eure Antworten.

Ich bin im Schreiben in einem Forum leider noch sehr sehr ungeübt und wurde darauf hingewiesen, dass ich meinen Beitrag doppelt eingestellt habe und dies nicht tun sollte.

Sorry also.

Meine Antworten stehen im Forum unter "Allgemeine Fragen".
Ich versuche künftig, mich ein wenig besser zurecht zu finden.

LG erdmännchen -Betty-
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