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U 25 Alles für junge Erwachsene unter 25


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Alt 20.11.2012, 19:35   #1
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Beiträge: 2
Umgangstoni
Standard Berufspraktisches Jahr (BPJ21) abgelehnt - Nun Sanktionen?

Hallo,

um meine Lage besser darzustellen, hier ein kurzer Überblick meines bisherigen Werdegangs:

07/2010: Realschulabschluss mit 1,8
09/2010-12/2010: Besuch an beruflichem Gymnasium, aufgrund privater Probleme abgebrochen
01/2011-10/2011: arbeitslos/ausbildungssuchend, kein Arbeitslosengeld, aber weiterhin Kindergeld bezogen
11/2011-07/2012: Minijob + ausbildungssuchend, weiterhin Kindergeld bezogen
08-2012-10/2012: Produktionshelfer Vollzeit, kein Kindergeldanspruch
11/2012: wieder arbeitslos/ausbildungssuchend gemeldet, Kindergeld beantragt

Ich bin 20 Jahre alt, lebe noch bei den Eltern und bin auf das Kindergeld angewiesen, worauf ich nur Anspruch habe, solange ich "ausbildungssuchend gemeldet" bin. Dieser Status wurde mir jetzt allen Anschein nach gestrichen.

Das merke ich daran, dass unter dem Punkt "Ihre Betreuer" auf jobboerse.arbeitsagentur.de nur noch die Arbeitsvermittlerin "Frau Müller" gelistet ist, bis heute Morgen war zusätzlich die Berufsberaterin "Frau Bauer - Team U25", diese wurde nun ersatzlos gestrichen. Ich bin nicht mehr ausbildungssuchend gemeldet, nur noch arbeitssuchend, dies wurde mir eben in der Hotline bestätigt.

Ich kann mir auch denken, wie es dazu kam.
Ich habe mich im September, während meiner Vollzeitbeschäftigung, erneut ausbildungssuchend mit der ausdrücklichen Bitte nach einer Einweisung in das "Berufspraktische Jahr - BPJ 21". Am 13. November hatte ich endlich einen Termin bei der Berufsberatung, nach ca. 2 Monaten Wartezeit. Leider wichen meine Vorstellungen über das BPJ 21 sehr von der Realität ab. Ich hatte mich von den euphorischen Zeitungsartikeln blenden lassen und dachte, ich mache ein 1-jähriges Praktikum, besuche nebenbei die Berufsschule und werde bei guten Leistungen als Azubi im 2. Lehrjahr übernommen, weil das Praktikum (zumindest teilweise) als 1. Lehrjahr angerechnet wird. Über die mickrige Vergütung von 216€ mntl. für eine Vollzeitbeschäftigung konnte ich hinwegsehen, das ist in meinen Augen immer noch besser, als wieder ein Jahr zu verlieren.

Die Realität sieht anders aus, keine Berufsschule, weil ich zu spät dran bin. Also wird vom mehrmonatigem Praktikum NICHTS angerechnet. Ich kann also mindestens 6 Monate lang ein Praktikum durchlaufen, lerne Inhalte aus dem ersten Lehrjahr und darf diese nach einer Übernahme nochmal lernen. Das klingt dann nicht mehr so verlockend, aber ich wollte dem Ganzen eine Chance geben und war heute beim Bildungsträger "BBQ Berufliche Bildung gGmbH", welche das BPJ 21 organisieren.

Das Gespräch dort mit "Frau Soundso" war die reinste Qual, selten so eine unfreundliche und abschätzige Frau erlebt, die mich offenbar für blöd hielt und mir weiß machen wollte, was für eine großartige Chance ein einjähriges, schlecht bezahltes Praktikum mit unsichereren Übernahmechancen sei. Außerdem wollte sie mich davon überzeugen, dass mein Wunschberuf "Bürokaufmann" nichts für mich ist, meine siebenmonatige Berufserfahrung mit Excel im Büro rein gar nichts mit dem Berufsbild zu tun hätte und ich mir einen Beruf aussuchen sollte, der meinen Fähigkeiten entspricht, dabei helfen sie mir. Ich weiß, dass Lehrstellen zum Bürokaufmann sehr begehrt sind, aber ich muss mich nicht unter Wert verkaufen.

Ich bin relativ schnell zum Entschluss gekommen, dass das BPJ 21 nichts für mich ist und so war auch die Stimmung des Gesprächs mies.
Es ist so, bevor man ein Langzeitpraktikum anfängt, welches man übrigens selbst finden muss, durchläuft man diverse Maßnahmen:

Zitat:
Wir unterstützen Sie durch
individuelle sozialpädagogische Begleitung und Beratung während der Gesamtdauer des Projekts
Stütz- und Förderunterricht in der Einstiegsqualifizierung
Bewerbungstraining
Seminareinheiten

Ablauf und Inhalte
Vorbereitungsmaßnahme vor Beginn der Einstiegsqualifizierung (das Praktikum, das in meinem Fall nicht auf die Ausbildungszeit angerechnet wird)
2 Präsenztage pro Woche
Bewerbungstraining
Gruppenangebote
Individuelles Coaching und Berufswegplanung
Individuelle Förderplanung
Betriebliche Erprobung
Ich habe direkt gesagt, dass meine größte Schwäche Vorstellungsgespräche sind und das trainiert werden muss. Nur darf man sich die Inhalte der Maßnahmen vor Beginn und während des Praktikums nicht selbst aussuchen, sondern muss zwangsweise das komplette Programm mitmachen.

Mein Problem dabei ist, ohne überheblich klingen zu wollen, was soll es mir nützen, zweimal in der Woche an "Stütz- und Förderunterricht" in Deutsch, Mathe und Gemeinschaftskunde teilzunehmen, der für Hauptschüler mit schlechten Noten konzipiert wurde, obwohl ich meinen Realschulabschluss mit 1,8 abgeschlossen habe?

Unter "gezielter Förderung" stelle ich mir vor, das an individuellen Schwächen gearbeitet wird (in meinem Fall Vorstellungsgespräche) und nicht jeder jeden Mist mitmachen muss, selbst wenn es nur Zeitverschwendung wäre.

Ich bin mit "Frau Soundso" des "BBQ Berufliche Bildung gGmbH" so verblieben, dass sie meiner Berufsberaterin "Frau Bauer - Team U25" mitteilt, dass ich nicht am Programm teilnehme. Ich habe mir aber zusichern lassen, dass meine Absage keinen Einfluss auf meinen "ausbildungssuchend"-Status hat. Offenbar war die Berufsberaterin der Agentur für Arbeit anderer Meinung und muss mich direkt nach der Nachricht von "Frau Soundso" der "BBQ gGmbH" gekickt haben, mal wieder, ohne mich vorher anzurufen und es abzuklären.

Jetzt mal im Ernst, ich bin mit der Bitte nach einer Einweisung für das BPJ 21 an meine Berufsberaterin herangetreten. Darf sie mich aus der "Ausbildungssuche" kicken, nur weil ich meine Meinung geändert habe?
Bereits im Jahr 2011 hat mir eine andere Berufsberaterin das BPJ 21 vorgeschlagen, ich konnte es ohne Konsequenzen ablehnen.

Ich will weiterhin ausbildungssuchend gemeldet bleiben und habe ich nichts dagegen, Vermittlungsvorschläge für Ausbildungsstellen geschickt zu bekommen und mich darauf zu mit Nachweisen zu bewerben. Aber an sinnlosen Maßnahmen, die nur dazu dienen, andere zu bereichern und meine Zeit zu stehlen habe ich kein Interesse.
Außerdem bin ich auf das Kindergeld angewiesen, welches mir ohne "ausbildungssuchend"-Meldung nicht zusteht.

Laut der Hotline wird meine Berufsberaterin "Frau Bauer - Team U25" mich morgen anrufen, weil ich darum gebeten habe, selbst würde sie mir nicht sagen, was Sache ist.

LG

Namen geändert
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Alt 21.11.2012, 13:14   #2
gelibeh
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gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh
Standard AW: Berufspraktisches Jahr (BPJ21) abgelehnt - Nun Sanktionen?

Ich schubs Deinen Beitrag mal hoch. Ich bin da überfragt
__

§1
Eine EGV nie sofort unterschreiben, Du hast das Recht die zur Prüfung mitzunehmen. Falls der SB mit einem Verwaltungsakt droht, ist das auch nicht schlimm, denn gegen den kannst Du Widerspruch einlegen. Das Nichtunterschreiben eine EGV kann nicht sanktioniert werden.
§2
Möglichst immer mit einem Beistand nach § 13 SGBX zum Jobcenter gehen. Das kann jeder machen, der braucht nur zuzuhören und Protokoll schreiben. Einen Beistand können die nur schriftlich ablehnen.
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Alt 23.11.2012, 19:23   #3
Erolena
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Beiträge: 5.935
Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena
Standard AW: Berufspraktisches Jahr (BPJ21) abgelehnt - Nun Sanktionen?

Auf die Meldung als Ausbildungssuchender bist du nicht angewiesen. Deine Ausbildungssuche kannst du nämlich auch auf andere Weise bei der Familienkasse nachweisen.

Schreib der FAmilienkasse gleich jetzt, dass du dich aktiv um eine Berufsausbildung bewirbst. Und ich würde gleich noch die Kopie einer aktuellen Bewerbung beilegen.

Und in den Folgemonten machst du eine Bewerbungsliste (genau wie fürs Jobcenter). Heb immer eine Kopie deines Bewerbungsschreibens bzw. der Antworten auf.

DA-FamEStG
Stand 2012

Zitat:
"DA 63.3.4 Kinder ohne Ausbildungsplatz
...
(2)
1 Der Berechtigte muss der Familienkasse die ernsthaften Bemühungen des Kindes um einen Aus-
bildungsplatz zum nächstmöglichen Beginn durch geeignete Unterlagen nachweisen oder zumindest
glaubhaft machen.

2 Eine Ausbildung wird nicht zum nächstmöglichen Zeitpunkt angestrebt, wenn das
Kind aus von ihm zu vertretenden Gründen, z. B. wegen einer Erwerbstätigkeit, die Ausbildung erst zu
einem späteren Zeitpunkt beginnen möchte.

3 Ist eine Bewerbung erfolglos geblieben, sind für den
anschließenden Zeitraum übliche und zumutbare Bemühungen nachzuweisen.

4 Als Nachweis kommen insbesondere folgende Unterlagen in Betracht:
- schriftliche Bewerbungen unmittelbar an Ausbildungsstellen sowie deren Zwischennachricht
oder Ablehnung,
- die schriftliche Bewerbung bei der SfH (vormals ZVS),
- die schriftliche Zusage einer Ausbildungsstelle,
- die Bescheinigung über die Registrierung als Bewerber für einen Ausbildungsplatz oder für
eine Bildungsmaßnahme bei einer Agentur für Arbeit oder bei einem anderen zuständigen
Leistungsträger (Jobcenter)."
Dienstanweisung zur Durchführung des Familienleistungsausgleichs nach dem X. Abschnitt des Einkommensteuergesetzes (DA-FamEStG) Stand 2012, Seite 42
Erolena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.11.2012, 19:35   #4
Erolena
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Registriert seit: 07.11.2007
Ort: Sachsen
Beiträge: 5.935
Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena
Standard AW: Berufspraktisches Jahr (BPJ21) abgelehnt - Nun Sanktionen?

Und hier noch ganz interessant aus einem Unteil des Bundesfinanhofes von 2008.

BFH, Urteil vom 19. 6. 2008 - III R 66/05; FG Köln (Lexetius.com/2008,2314)

Zitat (Randnummer 20)
"d) Das Bemühen um einen Ausbildungsplatz kann außer durch Meldung bei der Arbeitsvermittlung auch glaubhaft gemacht werden durch Suchanzeigen in der Zeitung, durch direkte schriftliche Bewerbungen an Ausbildungsstätten und ggf. darauf erhaltene Zwischennachrichten oder Absagen (BFH-Beschluss in BFH/NV 2005, 2207, m. w. N.; R 180b Abs. 3 Satz 2 der Einkommensteuer-Richtlinien 2002, Dienstanweisung zur Durchführung des Familienleistungsausgleichs nach dem X. Abschnitt des Einkommensteuergesetzes 63. 3. 4 Abs. 2 Satz 3, BStBl I 2004, 743, 768). Bewerbungen und Absagen durch E-Mails können ebenfalls zu berücksichtigen sein. Telefonische Anfragen können im Einzelfall als Nachweis ausreichen, wenn detailliert und glaubhaft dargelegt wird, mit welchen Firmen, Behörden usw. zu welchen Zeitpunkten (erfolglose) Gespräche geführt worden sind."
BFH, Urteil vom 19. 6. 2008 - III R 66/05 (darin dann Nr 20)
Erolena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.11.2012, 19:07   #5
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Beiträge: 2
Umgangstoni
Standard AW: Berufspraktisches Jahr (BPJ21) abgelehnt - Nun Sanktionen?

Hallo,

es beruhigt mich zu wissen, dass das Kindergeld nicht unbedingt gefährdet ist, trotzdem ist es mir wichtig, offiziell ausbildungssuchend gemeldet zu sein, wegen der "Meldung Beitragsfreier Zeiten an die Rentenversicherung".
Ich möchte nicht, dass hier Lücken entstehen.

Zitat:
Laut der Hotline wird meine Berufsberaterin "Frau Bauer - Team U25" mich morgen anrufen, weil ich darum gebeten habe, selbst würde sie mir nicht sagen, was Sache ist.
Die Berufsberaterin hatte nicht den Anstand mich anzurufen, wie in der Hotline angekündigt, stattdessen wurde ist sie mir noch am selben Tag wieder zugeordnet. Sie muss mich also am 20.11. abgemeldet haben, und direkt nach meiner Hotline-Beschwerde wurde sie mir wieder zugewiesen. Jetzt frage ich mich, ob der Zeitraum seit dem ersten Beratungsgespräch 13.11.-19.11. immer noch offiziell als "ausbildungssuchend" gilt, oder einfach unter den Tisch gekehrt wird.

Außerdem habe ich am 4. Dezember wieder ein Gespräch bei dieser Berufsberaterin. Nach ihrer hinterhältigen Aktion bezweifle ich stark, ob eine gute Basis für weitere Beratung besteht.

Wenn ich auf meinem Kindergeldantrag angeben muss, seit wann ich ausbildungssuchend gemeldet bin, was soll ich eintragen?
Meine tatsächliche "Meldung" am Schalter Mitte September, die eigentliche Zuweisung am 13.11. oder die erneute Zuweisung am 20.11. ?
Wenn die Familienkasse die Daten mit der AfA abgleicht, soll es keine Widersprüche geben.

LG
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Alt 24.11.2012, 20:28   #6
gast_
Elo-User/in
 
Registriert seit: 12.10.2008
Beiträge: 22.613
gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_
Standard AW: Berufspraktisches Jahr (BPJ21) abgelehnt - Nun Sanktionen?

Laß dir doch eine Bestätigung schicken, daß du seit... durchgehend ausbildungssuchend gemeldet bist.

Ich würde drauf bestehen, denn nur so bekommst du Leistungen aus dem Vermittlungsbudget und ersparst dir das Nachweisen der Ausbildungssuche bei der Familienkasse.

Wenn sie nicht will, verlangst den Teamleiter zu sprechen.
gast_ ist offline   Mit Zitat antworten
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abgelehnt, berufspraktisches, bpj21, jahr, sanktionen

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