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Alt 04.04.2006, 22:20  
Barney
Gast
 
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Hallo Maikäfer,
eine Bedarfsgemeinschaft hat ja nun gar nichts mit dem realen Leben zu tun. Das ist Beamtendeutsch. Und wenn du bedenkst, dass sogar eine Person eine Bedarfsgemeinschaft ist, kannst du sehen, wie weit sich dieses Beamtendeutsch vom wirklichen Leben entfernt hat.

Für die Ämter gibt es drei Lebensformen:

Die Wohngemeinschaft, die Wirtschaftsgemeinschaft und die Bedarfsgemeinschaft.

Die Definitionen mußt du dir mal ergooglen.

Du wirst vom Amt als Bedarfsgemeinschaft geführt, die mit einem Studenten zusammenlebt. (Ich weiß, als normaler Mensch versteht man das nicht so leicht und kriegt davon Kopfschmerzen).

Wenn du also als eheähnliche Gemeinschaft geführt wirst, rechnen sie alles, was dein Student verdient, auch dir an. Natürlich gibt es da auch Freibeträge. Weil dein Student kein oder sehr wenig Einkommen hat, kann da nicht viel angerechnet werden. Ich bin da nicht so der Spezialist. Das sind hier andere.

Wenn ihr keine eheähnliche Gemeinschaft seid (darüber steht hier im Forum schon sehr viel, lies dich bitte da durch. Ist wichtig!), könnt ihr nur noch als Wohngemeinschaft bewertet werden.

Dann erhältst du die Grundsicherung von 345,-/331,- € und die KdU werden nur zu dem Teil an dich gezahlt, wie du die Wohnung nutzt.
Da kann es durchaus vorkommen, dass du den größeren Teil der Wohnung für dich benutzt, also du hast zwei Zimmer und dein Freund nur eins. Es kann auch umgekehrt sein. Küche und Bad und die Abstellkammern ( :pfeiff: ) benutzt ihr gemeinsam. Auch den Kühlschrank könnt ihr gemeinsam nutzen. Nur wirtschaften "aus einem Topf" dürft ihr nicht.

Wenn ihr also eine Zweckgemeinschaft seid, die nur aus Kostengründen gemeinsam wohnt, seid ihr keine eheähnliche Gemeinschaft und könnt nur als Wohngemeinschaft eingestuft werden. (Hab ich dich jetzt endgültig verwirrt? :twisted: ) Dann frag einfach noch mal.

Und wovon dein Student lebt, muß dich dann auch überhaupt nicht mehr interessieren und das Amt schon gar nicht. Das darf dann sein Geheimnis bleiben. Auch sein Name geht dann das Amt gar nichts mehr an. Er ist dann nur noch eine anonyme Zahl dafür, dass die wissen, wieviel Menschen sich die Wohnung teilen.

Als Beleg dafür habt ihr entweder einen gemeinsamen Mietvertrag oder einer hat beim anderen einen Untermietvertrag. Dazu muß der Vermieter sein Einverständnis geben. Letzteres ist als Beleg natürlich günstiger, zumal wenn man sich die Wohnung nicht fiftyfifty teilt.

Was auch noch wichtig ist, ist die Geschichte mit der Rückzahlung: Wenn du in deinem Erstantrag alle Angaben richtig gemacht hast, mußt du nichts zurückzahlen. Das fällt dann unter "Pech gehabt, liebes Amt".

Und selbst wenn die dir dort eingeredet haben, ihr seid eine eheähnliche Gemeinschaft, kommst du aus der Nummer wieder raus. Weil du keine in Rechtswissenschaften ausgebildete Person bist, mußt du nicht wissen, was das ist. Und wenn du dich erst nach der Einstufung vom Amt sachkundig gemacht hast, evtl. mit Hilfe eines Anwaltes oder eines Forums ;) , kannst du es auch erst dann wissen und anwenden.

Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht endgültig verwirrt.