Einzelnen Beitrag anzeigen

Alt 24.05.2014, 23:06  
Nimschö
Forumnutzer/in
 
Benutzerbild von Nimschö
 
Registriert seit: 06.08.2007
Ort: wieder im Ruhrpott \o/
Beiträge: 2.086
Nimschö Nimschö Nimschö Nimschö Nimschö Nimschö Nimschö Nimschö
Standard AW: Attacke in Köln: Angriff auf Jobcenter-Mitarbeiterin

Boah, Burns...
Was würde ein "Netzmensch" zu Deinem Text sagen:
"tl;dr" ^^

Da wir da wieder bei der Grundsatzdiskussion "Gewalt/Gegengewalt, was ist OK, was nicht" sind: Ich bin derzeit in dieser Frage tatsächlich und auch zu meinem eigenen Erschrecken sehr zwiegespalten.

Einerseits halte ich nichts von physischer Gewalt, im Falle von JC-Ärger ist sie sogar( wie in den meisten anderen "Anwendungsgebieten" auch) kontraproduktiv.
Und nun das "aber":
Aber, wenn man alle Gesetze gelesen hat, alle Widerspruchs-, Beschwerde- und Klagewege durchgegangen ist und das Amt IMMER NOCH NICHT tut was es sollte, was tut man dann? Sinnvolles kann man dann meist nicht mehr tun und ich verstehe Menschen, die unter dem Druck aus Existenzangst und Hilflosigkeit vor Amtswillkür einfach platzen wie ein Schnellkochtopf und dann wirklich dumme Sachen tun. Vor allem, weil die meisten Geschichten für die Betroffenen EILIG sind, also am besten gestern erledigt sein müßten, Beschwerden u.Ä. aber erst nach meist Wochen eine Reaktion auslösen.

Ich halte das für ein systemimmanentes Problem, das sowohl die ALG-II-Empfänger, als unter Druck Gesetzte und nach dem Platzen in den Knast Gesteckte, wie auch die SBs, als Prellbock für den Zorn der Ersteren abgestellte Schießbudenfiguren, ausbaden müssen. Die Politik juckt das alles nicht, von denen bezieht keiner ALG-II und im JC arbeitet auch keiner von denen, also ist ihnen das wurscht.

Im Grunde würde es Sinn machen, wenn sich Empfänger und SBs gemeinsam hinsetzen würden und jeweils sinnvolle und hilfreiche Lösungen für die individuellen Lagen erarbeiteten. Eiiigentlich ist das vom Gesetz her sogar so vorgesehen. "Dem jeweiligen Einzelfrall muß Rechnung getragen werden..."
Dafür haben die SBs aber, aufgrund (über-)hoher Fallzahlen, in der Praxis einfach keine Zeit. Also wird, je nach Gemüt des SB entweder widerstrebend/verzweifelt oder aggressiv/gehässig, das Motto "One-Size-Fits-All" angewendet, auch wenn man mit dem Hammer nachhelfen muß und das Eckige muß dann eben doch durch das Runde, der Gehbehinderte in die Dachgeschoßwohnung, die Alleinerziehende ganz ohne Hilfe auskommen oder VZ arbeiten gehen um sich die Babysitter leisten zu können, der auf lebenswichtige, zuzahlungspflichtige Medikamente Angewiesene eben sterben, die falschen berechnungen werden verschlimmbessert usw.
Dadurch werden die ALG-II-Empfänger wieder/weiter unter Druck gesetzt und der Teufelskreis geht weiter...

Das ganze ist ein Perpeteum Mobile aus der Hölle und ich hoffe genau da kommen die Macher des Ganzen auch hin. Aber noch bin ich auf dem Standpunkt darauf zu warten, dass die da ganz von allein hinkommen. Ich hoffe das bleibt noch lange so, aber garantieren kann ich's, wenn ich wirklich ehrlich bin, nicht.

Wer Schlangensätze findet: Vorsicht! Die sind giftig! ;)
__

Folgende Punkte gelten für ALLE meine Aussagen in diesem Forum:
-ich gebe hier grundsätzlich nur meine durchs Grundgesetz geschützte Meinung preis.
-ich biete keinerlei Rechtsberatung, sondern nur meine gewährfreien Erfahrungen und Meinungen.
-ich lasse mir von NIEMANDEM den Mund verbieten, bin aber gerne bereit mit jedem über meine Aussagen offen und ehrlich zu diskutieren.
Nimschö ist offline