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Alt 10.10.2007, 21:28  
Emily
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Zitat von biddy Beitrag anzeigen
Mir auch!

Es gibt eine Untersuchung darüber, deren Fazit war, dass Kinder aus Akademiker-Familien von den Grundschullehrern, die Weiterempfehlung der nächsten Schulform betreffend, bevorzugt wurden und zwar nicht nur der Noten wegen, sondern in großem Maße wurde dies eben auch von der sozialen Herkunftsschicht abgeleitet. Unterbewusst spielten das von den Lehrern wahrgenommene Intellekt der Eltern, deren Berufe, Nachdenken darüber, ob Eltern genügend Zeit haben, ihr Kind schulisch zu begleiten, materiell zu fördern eine größere Rolle, als Viele annehmen. Nach dem Motto "Diese oder jenes Kind kann nur versagen, weil es aus dem Prekariat stammt". Diesen Stempel hat es bereits ab Schulstart 1. Klasse und wird dementsprechend "bewertet".
Und da Kinder dazu neigen, die Projektionen aufzusaugen wie Schwämme, mag es sogar sein dass diese oft totale Fehleinschätzung diesen Menschen sein Leben lang begleitet.

Es gibt ausserdem Untersuchungen darüber, dass die Einschätzung des weiteren Schulzweiges durch GS-Lehrer zu ca. 60% falsch ist. Dennoch pochen Kultusministerien auf der 100%igen Entscheidung der GS-Lehrer über die Schullaufbahn, ohne Mitspracherecht der Eltern. Die einzigen, die sich dann dieser entziehen können, sind diejenigen, deren Eltern Privatschulen in Anspruch nehmen können.

Morph, ich muss dir absolut widersprechen dass Waldorf- und Montessorischulen, so wie sie leider umgesetzt werden (denn das ursprüngliche Montessori-Konzept ist an sich genial, zu Waldorf als Sekte schweige ich heute besser), Lösungen bieten.

Auch wenn einiges früher nicht anders gewesen sein mag als heute, so ist doch eines anders: Der materielle Bedarf, der als Anforderung an die Eltern gestellt wird. Es ist unglaublich, was Kinder heutzutage alles an Geldern und Materialien beibringen müssen. Ein wenig Mäßigung und Besinnung täte den Anfordernden gut. Nicht nur die Kinder unterliegen dem Konsumzwang zwangsweise durch das Bombardement der "Werbenden", sondern ebenso tut es die jetzige Generation der "Pädagogen", die kein Maß kennen. Das ist mit Sicherheit ein Zeichen dieser Zeit. Und klar kenne ich auch andere Lehrer. Aber die mit wirklicher Berufung landen nun einmal selten in den GS, obwohl es die echt qualifizierten genau da am wesentlichsten bräuchte.
Und die empfundene Ausgrenzung hat ebenfalls viel mit der Schere, der Kluft zu tun, die heute einfach einmal grösser ist als sie bspw. in den 70ern war. Wenn es damals ein paar recht gut Situierte gab, die große Masse im Mittelfeld bis unteren Mittelfeld lief, so sind es heute mehr Gutsitierte und mehr, oft aber versteckte Arme, so zumindets mein persönlicher Eindruck. Daher macht es den Armen einfach auch mehr aus. Und die Kälte, die Ellenbogen, der Wettbewerb sind stärker. Für betroffene Kinder, die nichts anderes wollen als eigentlich im Rudel mitzulaufen, ist das viel schwerer auszuhalten als sagen wir mal für einen Erwachsenen, der innerlich bewusster damit umgehen kann (oder ich dies einfach mal voraussetze dass er es kann, auch wenns oft hart ist). Daher leiden die Eltern, so empfinde ich es, oftmals mehr für ihre Kinder als für sich selber, und versuchen den Kinder auf eigene Kosten dieses Leid zu verringern. Möglicherweise kommen daher auch die Exzesse auf elektronischem Bereich. Aber das ist nur eine Vermutung resp. Erahnung meinerseits.

LG
Emily