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Alt 18.02.2013, 21:02  
jockel
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jockel jockel jockel jockel jockel jockel jockel jockel jockel jockel jockel
Standard AW: sinnfreie Beiträge

Was versteht man unter dem Begriff sinnfrei?

Der ist nur wie viele andere Begriffe typisch für die Umgangssprache in den Altländern.

Im zwangsvereinten deutschen Osten sagt man einfach dazu sinnlos.


Ich übersetze mal noch andere Begriffe
  • außen vor = überflüssig
  • relaxen oder chillen = sich erholen
  • Zuwächse - der Begriff ist nicht merhrheitsfähig, sondern es gibt ihn nur in der Einzahl (Singular) - den Zuwachs
  • Tunnels - das gleiche wie bei Zuwächse - der Tunnel oder die Tunnel, aber nie im Plural die Tunnels
  • Lagers - das gleiche wie bei Zuwächse - das Lager oder die Lager, aber nie die Läger
  • super und mega - verbale Sprach- und Ausdrucksarmut bei den Westdeutschen mit den üblichen Steigerungsformen zufrieden zu sein. Die müssen zwangsneurotisch immer noch eins draufsetzen - von den Amis gedankenlos übernommen.
Es gibt noch viel, viel mehr an Sprachauffälligkeiten, wo ich mich wundere.

Manchmal übernimmt der Otto Normalbürger im Westen einen Sprachkäse, nur weil es ein Journalist oder Politiker gedankenlos vorkaut.

Auch an den Schulen und Hochschulen wird schlechtes Deutsch professionell gefördert. Das trifft häufig zu für ausländische Fachbegriffe. Wir leben in Deutschland und da gehört die Muttersprache hin und nicht das akademische Auslandsgequake.

Auch an der Gewohnheit sich in Deutsch auszudrücken, spürt man die Trennung in Ost und West immer noch.

Viele Begriffe sind im Westen durch Werbung und Reklame versaut und oberflächlich geworden. Wer englische oder amerikanische Begriffe übernimmt, fühlt sich dem Otto Normalbürger als weltgewandt überlegen, was er zumeist nur vorgibt zu sein.

Warum akzeptieren wir in Deutschland den englischen und amerikanischen Sprachunfug?

Fremdsprachen sollten man im internationalen Geschäftsverkehr und Handel verwenden, wo sie hingehören, aber nicht in unsere Umgangssprache. Sich in einer Fremdsprache des Gastgeberlandes ausdrücken zu können, ist auch eine Frage der Höflichkeit, der Achtung und des Respekts. Es wird anerkannt, wenn man versucht sich in der Fremdsprache auszudrücken, auch wenn es holprig klingt.

Wenn ich mir da die Engländer oder Amerikaner umgekehrt so ansehe. Da muß der Respekt, die Achtung und Höflichkeit anderen Ländern gar nicht vorhanden sein. Ausnahmen bestätigen immer wieder die Regel.

Warum sind wir Deutschan, die wir uns ansonsten als Herrenmenschen in der Welt fühlen, da so kleinkariert denkend und unterwürfig anpassend?

Irgendwie fühlen sich die Deutschen in der Hinsicht benachteiligt und zurückgesetzt, was wir Deutsche mit großspurigem Auftreten im Ausland auszugleichen oder zu Übertünchen versuchen.

Na klar - die Deutschen waren jahrhundertelang Untertanen mit geistigem begrenzten Horizont - weil das der Feudaladel als weltliche Macht und die katholische Kirche als geistliche Macht so bequem zum ungestörtem Herrschen in ihren Kleinstaaten empfanden.

Deshalb waren die Spanier, Portugiesen, die Briten und Franzosen, die Niederländer bei der Kolonialisierung der Welt den Deutschen weit voraus. Und Deutschland hinkte überall hinterher oder kam in der Machtausübung in der Welt und in Fragen ihres Sprachgebrauchs immer nicht nach.

Logisch, daß da die deutsche Sprache in der internationalen Geschäftswelt, im Handel und Technikanwendung nicht tonangebend ist.

Eins kommt uns allerdings entgegen: Die deutsche Sprache an sich hat indogermanische Wurzeln und da klingen viele Vokabeln im westlichen Sprachraum sehr ähnlich. Das erleichtert uns das Erlernen der Fremdsprachen mit ein paar Ausnahmen - die asiatischen und die slawischen Sprachen.

Die USA hatten zu Zeiten ihrer Gründung als Staatenbund ein Problem mit den Deutschen. Es hätte damals nicht viel gefehlt und Deutsch wäre zur Amtssprache geworden. Haben die ein Schwein gehabt.
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