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Alt 27.07.2007, 12:40  
Störtebeker->Emailproblem
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Störtebeker
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@rivkele
Habe vollstes Verständnis für Deine Lage!
Bin selbst in der Sozialberatung eines Wohlfahrtsträgers tätig. Habe vor einiger Zeit etwas ähnlich absurdes auf dem Tisch gehabt.
Ein Klient kam zu mir wg. eines Strafbefehls des Amtsgerichtes in Höhe mehrerer Hundert Euro. Angeblich wg. Sozialbetruges. Da gab es erst gar keine Anhörung. Anzeige der ARGE, Urteil des Gerichtes - fertig.
Er hatte Anfang 2006 Arbeit erhalten, mußte aber auf Montage, und konnte somit nicht auf's Amt. Hat dort angerufen, "ja ok, ist notiert, kommen Sie aber nochmal persönlich vorbei, um die Abmeldung zu unterschreiben", hieß es. Kurz darauf auch der (wie immer sehr unfreundliche) Rückzahlungsbescheid wg. Überzahlung. Die Überzahlung würde aber sowieso erfolgen, da die Bearbeitungszeiten so ewig dauern. Hat das Geld binnen weniger Tage zurückgezahlt, dann war Ruhe und für ihn die Sache erledigt. Ende! 2006 Strafanzeige der ARGE, im Mai 2007 dann der Strafbefehl mit Urteil vom April 2007 unter Androhung einer Freiheitsersatzstrafe.
Muß man noch mehr sagen?
Erst wollte er standhaft bleiben, und die Strafe "absitzen", zumal er das Geld nicht hat. Das hätte ihn aber seinen Job gekostet, halt ein Arbeitsloser mehr, ist dem Amt ja egal. Ich wollte dann für ihn in Berufung gehen, er wurde am Verfahren nebst Urteil ja nicht mal durch Vorladung/Anhörung etc. beteiligt. Letztlich hat er entgegen meinem Rat resigniert, sich das Geld geliehen, und bezahlt. Bis vor Kurzem war er also ein unbescholtener Kleinverdiener, jetzt ist er Dank ARGE ein verurteilter Schuldner, trotz Job.
Jetzt die Frage: Wer richtet hier wen zu Grunde bzw. wer schädigt wen??

Wünsche Dir Kraft und Gelassenheit.
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damals:
"... 200 gehen durch. Boot ist nicht zu halten, Herr Kaleu'n."
heute:
"... 05 Millionen rutschen durch. Das Land ist so nicht zu halten, Frau KanzlerIn."
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