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Allgemeine Fragen

Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung; in Forum: Information; Qualität der Arbeitsvermittlung bei meinem "JC" ist absolut nonsens! Ich habe sehr gute Referenzen & Zeugnisse, aber das JC hat mir in drei Jahren nur eine (1) einzige Stelle zwecks ...

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Umfrageergebnis anzeigen: Wurde dir mindestens einmal eine attraktive Arbeitsstelle vermittelt?

Ja, durch die Arbeitsagentur 2 1.79%
Ja, durch das Jobcenter 4 3.57%
Nein, keine 106 94.64%
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Alt 07.09.2012, 17:55   #41
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Qualität der Arbeitsvermittlung bei meinem "JC" ist
absolut nonsens! Ich habe sehr gute Referenzen & Zeugnisse,
aber das JC hat mir in drei Jahren nur eine (1) einzige Stelle
zwecks Bewerbung gegeben. Und diese Stelle, bei einer
dubiosen Firma, (info bei googel) Boss Australier, lebt in England und
hat seltsame Pseudo "GmbH's" in Deutschland.
(Das Geschäfts-Model beruht auf Betrug)
Auf meine Bewerbung habe ich bis heute keine Antwort
erhalten!!!!

Ausser Schikanen, sinnlosen Maßnahmen hat mein
JC nichts zu bieten. Vermute in allen anderen JC ist es ähnlich.
Für mich sind die "JC" kriminelle Vereinigungen, die Lügen und
Betrügen und Tag für Tag bewusst Menschen treten und wie Tiere behandeln.

Mein Rat an alle elos, BITTE glaubt den JC kein Wort, egal
was die erzählen und wie sie sich verhalten. Wenn ein JC
besonders freundlich ist und Storys erzählt ist höchste Vorsicht geboten!!!

"JC" sind die Handlanger der perversen Politiker.

Für mich sind die "JC" Mitarbeiter der Abschaum der Gesellschaft,
das müssem Typen sein, die auf "SM" abfahren, anders
kann ich mir deren Gesinnung nicht erklären.
maxim77 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2012, 19:03   #42
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
@BurnsTorn

Gut - Punkt für Dich. Du solltest aber trotzdem genauer lesen, wovon ich hier schreibe. Davon ist nie die Rede in Deinen herausgesuchten Artikeln. Nämlich, daß sich Mitarbeiter weigern, Sanktionen auszuteilen.
Die Mitarbeiter in den JC weigern sich oft deshalb nicht, Sanktionen auszusprechen, weil sie unter genau der gleichen existenziellen Angst leiden wie die Kunden vor ihnen. Der sozialpsychologisch einsetzende Effekt ist dann häufig keine Solidarisierung mit den Kunden, sondern im Gegenteil die Entsolidarisierung. Man wird sich bewusst, dass man sehr schnell selbst auf der anderen Seite sitzen könnte und tut dann alles, um das zu verhindern. Das ist ein systematisches Problem - HARTZ IV erzeugt Angst -, kein individuell lösbares.

Das finde ich auch bitter, keine Frage. Und ich bin auch ganz klar gegen Sanktionen! Nichts desto trotz gebe ich unumwunden zu, dass auch ich Sanktionen ausgesprochen habe. Das ist eine Tatsache, und es ist ein Gebot der Ehrlichkeit, das so offen zu sagen. Eine Tatsache ist aber eben auch: Wer sich als PAP weigert, Sanktionen auszusprechen, die das SGB II vorsieht, wird wegen Arbeitsverweigerung abgemahnt und, sofern er sich dann nicht fügt, gekündigt. Zuvor erhält er freilich eine schlechte Beurteilung, im günstigsten Fall wird der Arbeitsvertrag einfach nicht verlängert.

Nicht von ungefähr zeigen sozialwissenschaftliche Untersuchungen zum Sanktionsverhalten ja, dass die Sanktionsquote der befristeten Kräfe höher liegt als die der Unbefristeten. Die niedrigste Sanktionsquote weisen übrigens die Beamten auf, weil die wissen, dass sie kaum was zu befürchten haben. Die Befristeten aber müssen kuschen. Und was tut man, wenn man so gescheucht wird? Mann gibt den Druck weiter, tritt nach unten, wo es diejenigen trifft, die noch schutzloser sind, die "Kunden". Das ist bitter, und das macht Angst. Und Angst frisst eben Moral.

Im Klartext: Ich habe nicht sanktioniert, weil ich das wollte, weil ich das toll fand oder weil mir da aufgrund irgendwelcher sadistischen Neigungen einer abging. Ich habe sanktioniert, weil ich mir, als es hart auf hart kam, sagte: Kunde oder ich. Und da habe ich mich eben für mich entschieden. Wer sich anders entscheiden würde, da sage ich: Hut ab! Aber geht mal in euch und fragt euch ernsthaft, ob ihr das auch tun würdet, wenn wirklich die eigene Existenz auf dem Spiel steht. Der Vermittler hat lediglich insofern die bessere Position als der Kunde, als ihm seine Angst einigermaßen finanziell versüßt wird (das Einstiegsgehalt als Arbeitsvermittler bei der BA liegt bei etwa 2650 € brutto im Monat; TV BA EG IV, Funktionsstufe 1, bei einer Kommune indes liegt es nur bei 2400 € brutto).

Dennoch kann ich sagen, dass es durchaus möglich ist, gut und moralisch einigermaßen integer im JC zu arbeiten, ohne eine hohe Sanktionsquote zu haben. Man kann aber - bei momentaner Rechtslage - leider in der Tat nicht im JC arbeiten und dabei ganz auf Sanktionen verzichten. Das ist perfide, aber es ist meiner echten Überzeugung nach nicht den Mitarbeitern anzukreiden, sondern der Perversion des Systems geschuldet! Wie aber geht man damit auf individueller Ebene um? Ich kann nur für mich sprechen. Ich habe z.B. ständig gelogen und in Vermerken geschrieben, der Kunde hätte Bewerbungsbemühungen vorgelegt, auch wenn er das nicht gemacht hat. Und das sage ich nicht, um hier irgendwelche Schulterklopfer zu erhaschen. Das sage ich, um darzulegen, wie ich für mich persönlich mit meinem inneren Konflikt umgegangen bin, Dinge umsetzen zu müssen, die mir moralisch gegen den Strich gingen.

Ich will eine andere Perspektive aufzeigen und das Bild gerade rücken, dass PAPs per se total geil wären, zu sanktionieren. Meiner Meinung nach sind sie vor allem geil darauf, ihren Job zu erhalten. Dennoch stimmt es, dass es Sanktionsquoten gibt (auch wenn das nur intern kommuniziert wird und in keinem SGB Jahresbericht auftaucht). Und es stimmt auch, dass man Druck bekommt, mehr zu sanktionieren, wenn man Gefahr läuft, die geforderte Sanktionsquote (etwa 3%) zu verpassen. Dann kann es tatsächlich vorkommen, dass der Teamleiter einen zum Gespräch bittet und darlegt, man möge doch konsequenter die Einhaltung der Sanktionstatbestände nachfassen. Und was tut man dann? Ganz einfach: Man gibt diesen Druck an die Kunden weiter. Ist das bitter? Keine Frage! Ist es unrecht? Ich denke schon! Habe ich es getan? Ja. Aber eben ungern. Schäme ich mich dafür? Nein. Den ich sah für mich keine Wahl.

Das SGB II gibt bei Sanktionen keinen Spielraum. Man muss vorsichtig sein, denn die Rechtsfolgen sind in § 31b SGB II klar bestimmt. Das wäre soweit unproblematisch, wenn es nicht nachgehalten würde. Das aber wird es. Bei uns kontrollierte der Teamleiter regelmäßig die Kalender und die Beratungsvermerke. Und wenn man dann mal schrieb, "Kunde ist zum Termin ohne Angabe wichtiger Gründe nicht erschienen", musste man gleichsam eine Folgeeinladung mit Anhörung verschicken. Und wenn der Kunde darauf nicht reagierte, musste man sanktionieren, weil es sonst auf einen selbst zurückgefallen wäre, man sich selbst vor höherer Stelle hätte rechtfertigen müssen.

Was also tun? Klar, ich hätte mir ein Gespräch ausdenken und einfach schreiben können, der Kunde sei zum Termin erschienen. Aber wenn dann rausgekommen wäre, dass der Kunde z.B. im Knast oder Krankenhaus war oder sonstwie verhindert war, wäre das ein Kündigungsgrund gewesen, denn ich hätte nachweislich gelogen, wäre für den Arbeitgeber also nicht mehr tragbar gewesen. Die Folge war also, dass ich mir wieder sagte: Kunde oder ich. Und wieder habe ich mich für mich entschieden.

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Vor allem verstoßen sie im ganzen Land massiv gegen geltende Gesetze, so daß es fast nur dadurch zu Sanktionen kommt.
Nein, sie verstoßen meist nicht gegen Gesetze, das ist ja das Perfide daran. Die Ausführungen von Neskovic et al. geben, anders als hier oftmals proklamiert, eben keine allgemein geltende Rechtsauffassung wieder, sondern es handelt sich um private Expertenmeinungen, die ich zwar teile, aus denen sich aber eben keine Handlungsempfehlungen für JC-Mitarbeiter unmittelbar ableiten lassen. Für diese sind nach wie vor die SGB die relevanten Rechtsgrundlagen, in denen der Sozialstaatscharakter der BRD durch Gesete konkretisiert wird. Werden sie darin gut und grundgesetzkonform konkretisiert? Ich meine, nein! Aber das ist nur meine Privatmeinung und nicht geltendes Recht. Die JC-Mitarbeiter haben sich aber eben an geltendes Recht zu halten. Da helfe wohlverstandene Appelle nichts.

Das Problem sind nicht die Gesetzesverstöße. Die werden, wenn es gut läuft, durch ein SG gekippt, wenn der Kunde dagegen vorgeht (wozu ich jedem raten würde, der sich ungerecht behandelt fühlt). Das Problem sind nicht die Mitarbeiter, das Problem sind die Gesetze. Die müssen geändert werden. Eine Änderung der Verhältnisse erreicht man eben nicht durch Appelle an persönliche Moral, sondern durch Drängen auf eine Änderung der Verhältnisse. Auch in den Jobcentern gibt es viele Mitarbeiter, die sich einen echten, schützenden Sozialstaat zurückwünschen, keinen pseudoaktivierenden neoliberalen Angststaat, dem sie derzeit zuarbeiten müssen.

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Ehrlich gesagt, ich freue mich sehr darüber, daß 17000 Stellen in den JC abgebaut werden. Ich hoffe auch, daß Teamleiter und darüber davon betroffen sind. Es müßten noch viel mehr sein.
Tja, da wirst du enttäuscht sein zu erfahren, dass das fast ausschließlich Vermittler ganz unten im Getriebe trifft, davon ziemlich viele Berufseinsteiger und vor allem Frauen. Die Teamleiter und diejenigen über ihnen sind fast ausschließlich Beamte, die sitzen fest im Sattel. Für die "Kunden" ist dieser Abbau übrigens insofern fatal, als klar sein sollte, dass die "Kunden" am Treten nach unten am meisten leiden und besagtes Treten nun wohl noch zunimmt, da die befristeten Vermittler verzweifelt darum kämpfen, den eigenen Job zu erhalten. Und wie tut man das? So wie ich dargelegt habe: Indem man viel sanktioniert, viele Vermittlungsvorschläge raushaut, viele Maßnahmen bestückt...

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Vielleicht kommt dann mal was Gescheites in Gange als unschuldig Entlassene mit Füßen zu treten.
Wie gesagt: Wohl eher das Gegenteil wird der Fall sein. Es wird weniger Vermittler geben, die dann noch mehr zu tun haben und ihren Frust noch mehr an den Kunden auslassen werden.

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Diese ganze Bürokratie kostet dem Land Millionen, die man auch in einem Grundeinkommen, Renten oder Behinderten/Kinder einsetzen könnte.
Sehe ich genauso. Deshalb plädiere ich auch seit Jahren leidenschaftlich für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Das wird aber, wenn überhaupt, nicht von einem Tag auf den anderen eingeführt werden, sonder sukzessive. Bis dahin erscheint es mir ratsam, für mehr gut qualifizierte Vermittler ohne Angst zu plädieren, denn nur diese werden im Gegenzug weniger geneigt sein, ihre Angst nach Unten weiterzugeben.
BurnsTorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 09:48   #43
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Zitat:
Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen

Nein, sie verstoßen meist nicht gegen Gesetze, das ist ja das Perfide daran.
Wenn gegen Grundrechte verstoßen wird, so wird auch automatisch in dem Moment durch die Sachbearbeiter gegen geltendes Rechts verstoßen, sobald sie die Existenz und mithin die Menschenwürde eines bedürftigen Menschen in irgendeiner Art und Weise antasten.

Nach Artikel 1 Abs. 3 Grundgesetz ist nämlich die Gesetzgebung an das Grundgesetz und mithin auch die Grundrechte nach Artikel 1-19 GG gebunden. Das Grundgesetz ist daher auch bei der Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht nach Artikel 1 Abs. 3 Grundgesetz anzuwenden. Dies bedeutet also, dass nicht das Gesetz des Gesetzgebers als solches bindend ist, sondern vielmehr das Gesetz an das Grundgesetz! Auch die Sozialgerichtsinstanzen scheinen das recht gern zu übersehen, weil es ja einfacher ist, durch die freie richterliche Meinung einfach keine Grundrechtsverletzung zu erkennen. Immerhin macht ja ein BVerfG -Vorlagenbeschluss über den Zweifel zur Verfassungskonformität eines Gesetzes auch zusätzliche Arbeit und zudem landet man dann als Richter auch noch in der Bildzeitung!

Spätestens nach dem Urteil des BVerfG, 1 BvL 10/10 vom 18.7.2012 dürfte ja klar sein, dass schon die Hartz IV Sätze als absolutes Existenzminimum gelten. Darauf wies sogar auch noch der Vizepräsident Prof. Dr. Kirchhof des BVerfG in der Urteilsverkündung ausdrücklich hin.

Natürlich hat der rein kapitalorientierte Gesetzgeber hier offenbar völlig taube Ohren gehabt, sonst hätte er den Sanktionsparagraphen § 31 SGB II ja sofort nach der Urteilsverkündung außer Kraft gesetzt, da die Gewährung existenzsichernder Leistungen nach dem Grundgesetz nicht von Bedingungen in Abhängigkeit gestellt werden darf.

Der verfassungswidrige Gesetzgeber verfolgt und verbreitet aber medial die wirre Kapitalmeinung, welche nicht zuletzt auf die Fortführung von Dumpinglöhnen abzielt, dass man angeblich gegen “faule“ Menschen auch sozusagen ein Erpressungsmittel haben müsse, damit diese “faulen“ Menschen auch zum arbeiten bewegt werden.

Diese Verdummungsmache durch die Kapitalorientierten fruchtet auch bei denen, die der Leistungen nach dem SGB noch nicht bedürfen! Denn in der Tat, scheint es ja sogar auch schlüssig, dass Menschen die da angeblich "nichts machen wollen" auch irgendeinem Druckmittel unterliegen müssten.

Allerdings wird sodann verkannt, dass der hier recht offenkundig verfassungswidrig agierende Gesetzgeber an sich doch nur das Ziel verfolgt, möglichst im Interesse der Unternehmen ein Lohnabstandsgefüge zwischen Lohndumping und der Hartz IV Leistungen aufrecht zu erhalten, damit Deutschland sich auch weiterhin mit als einer der Exportgiganten neben China präsentieren kann. Natürlich muss sodann auch der EURO mit den Steuern der deutschen Bürger “gerettet“ werden, denn, wenn u.a. der Grieche, Italiener oder Spanier usw. nicht mehr die in Deutschland billig hergestellten Produkte kaufen kann, dann kann Deutschland ja auch keine führende Exportnation mehr sein!

Man stelle sich nur vor, dass bei einem fairen Mindestlohn in Deutschland ja sodann auch die anderen Nationen in Europa konkurrenzfähig werden würden und mithin dann nicht mehr die hierzulande auf Basis von Lohndumping produzierten “Billigwaren“ kaufen müssten, weil sie jene Produkte sodann auch zu gleichen Kosten und Konditionen selbst herstellen könnten, wie die Deutschen.

Ein verfassungskonformes agieren des asozialen Gesetzgebers wäre aber auch im Sinne des sogenannten Fordern und Förderns durchaus möglich. Hierzu bedarf es dann allerdings eines fairen Mindestlohnes in Deutschland oberhalb der 10,- € / h, als auch einer Mehrzahlung eines bloßen Existenzminimums.

So hätte dann der derzeit leider verfassungswidrig agierende Gesetzgeber auch die Möglichkeit bis auf das Existenzminimum bei Nichteinhaltung von sogenannten Pflichten zu sanktionieren, wobei die zu befolgenden “Pflichten“ auch meiner Meinung nach etwas sozialer gestaltet werden müssten. Denn es ist kaum nachvollziehbar, dass man wegen des Versäumnisses eines einzigen Termins hier gleich die Leistungen um stolze 10% für 3 Monate absenkt! Man muss schon recht perfide und asozial veranlagt sein, um einen Menschen hier Leistungen um 10% für volle 3 Monate abzusenken, nur weil der mal einen Termin, welcher in der Regel ohnehin nur dazu dient einen Bedingungs- und Erpressungskatalog (EGV) “freiwillig“ zu unterschreiben, verschwitzt hat. Das ist ja wohl durchaus menschlich, dass man mal einen Termin verschwitzt!

Dass das Argument des kapitalorientierten Gesetzgebers zur angeblichen Notwendigkeit einer Sanktionskeule, doch recht scheinheilig ist und auch nicht ansatzweise nachvollziehbar greifen kann, wird ja auch aufgrund der Tatsache schon recht offenkundig, weil ja nicht nur Arbeitslose, sondern auch alle Dumpinglöhner dieser Sanktionskeule hier unterliegen.

Man muss ja die hier ohnehin schon Kapitaldiktaturgestraften, nicht auch noch trotz Sklavenlohn sozusagen mit Sanktionen “fördern“! Der kapitalorientierte Gesetzgeber hat doch sein Ziel erreicht! Warum also auch noch weiterhin auf den Dumpinglöhnern herumtreten?
teddybear ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 11:12   #44
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Zitat:
Zitat von teddybear Beitrag anzeigen
Wenn gegen Grundrechte verstoßen wird, so wird auch automatisch in dem Moment durch die Sachbearbeiter gegen geltendes Rechts verstoßen.
Erstmal: Ich habe ja schon dargelegt, dass ich persönlich ebenfalls denke, Sanktionen seien verfassungswidrig. Nur: laut momentaner Rechtsprechung verstößt die Anwendung des SGB II Sanktionsparagraphen eben nicht gegen das GG. Und das maßgeblich handlungsleitende Recht für die SB sind nunmal die SGB. Das GG kann hier schon deshalb nicht Maßgabe für die SB sein, weil besagtes GG ein hoch abstraktes Recht ist, aus dem sich Handlungen und spezifizierte Rechtsauslegungen eben nicht unmittelbar ableiten lassen. Denn im GG steht nichts über Eingliederungsvereinbarungen, Förderleistungen, Kosten der Unterkunft, Mehrbedarfsberechnungen, Sanktionen und sonstiges, was den Arbeitsalltag von SB bestimmt.

Aus dem GG ergeben sich Handlungsfolgen oder Handlungsunterlassensfolgen gerade nicht unmittelbar, sondern ganz im Gegenteil nur mittelbar. Welches Recht in Konkordanz mit welchem anderen wie umzusetzen ist, findet seine Konkretisierung und Spezifischen in den Gesetzen der BRD, wie etwa den SGB. Hier kommt es zur Anwendung und Umsetzung, hier werden abstrakte Rechtsnormen konkretes Recht. Das GG gibt lediglich den konstitutiven Rahmen vor, in dem sich die Gesetze, wie sie in den SGB konkretisiert sind, zu bewegen haben. Und ein Großteil der Politiker und Richter an den relevanten Machtpositionen sieht momentan eben nicht, dass das SGB II gegen das GG verstößt. Ergo können auch keine Appelle an die Moral der SB was fruchten. Denn die halten sich - dem momentanen Rechtsempfinde folgend - an Recht und Gesetz in einem freiheitlich demokratischen Staat.

Das kann man verurteilen wie man will, aber es ist Realität. Erst dann, wenn das BVG einmal unmissverständlich urteilen sollte, dass bestimmte Paragraphen des SGB II gegen das GG verstoßen, wird das Auswirkungen auf das Handeln der SB haben. Vorher wird sich nichts ändern. Da kann man hier noch so oft behaupten, dieses und jenes sei verfassungswidrig. Solange das nicht jene Leute an den wichtigen Schalthebeln der Macht so sehen bzw. sie durch eine höhere Instanz dazu gebracht werden, das zwangsweise so sehen zu müssen, führen moralische Appelle zu nichts. Der momentanen Rechtsprechung nach sind Sanktionen nach dem SGB II in Ordnung. Das ist bitter, aber es ist Realität.

Das einzige, was wir, die wir nicht an den Schalthebeln der Macht sitzen, machen können, ist: Politik! Sich engagieren, in Parteien eintreten, sich gewerkschaftlich oder in sonstigen Gruppen und Vereinigugen organisieren, Öffentlichkeit schaffen, in Gesprächen mit Freunden auf die soziale Schieflage im Land aufmerksam machen usw. Dabei sollte man aber keinem Schwarz-Weiß-Denken verfallen, wie das hier im Forum allzu schnell mal passiert. Es gibt nämlich, wie ich versucht habe darzulegen, auch im Amt, in der Verwaltung, Leute, die mit dieser Politik nicht einverstanden sind. Sie zu verteufeln hilft nicht weiter. Ihnen Info-Material zukommen zu lassen, durch Beistandschaft etc. ein Gegengewicht zu schaffen, sich nicht alles gefallen zu lassen, als mündiger und informierter Bürger aufzutreten und im Amt immer wieder auf Missstände aufmerksam zu machen bring indes durchaus was.
BurnsTorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 11:21   #45
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Zu Burnstorns Sanktionsanmerkungen:

Ich habe bereits einige Sanktionsanhörungen erhalten-die darin enthaltenden 'Vorwürfe' waren stets entweder frei erfunden und/oder eindeutig rechtswidrig.

Insgesamt 6 Sanktionsanhörungen fünf Zuweisungsversuche in Ein-Euro Jobs und Zuweisungen in Massnahmen etc.

All das musste/konnte ich abwehren, da im Sinne des SGB II rechtswidrig...

Hier in Frankfurt sind z.B. die meisten Zuweisungen zu Ein-Euro Jobs klar rechtswidrig im Sinne des SGB II - Sachbearbeiter sind nicht gezwungen rechtswidrig zu handeln - in dem Sinne finde ich, was Burnstorn schreibt schon ein wenig schönfärberisch...
293949 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 11:37   #46
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Mir ist nach dem lesen vieler Beschlüsse / Urteile der Sozialgerichtsinstanzen leider eines ganz besonders aufgefallen, nämlich, dass fast ausschließlich alle Richter hier offenbar viel zu sehr in ihrem Jurastudium auf die Gesetze fixiert worden sind und somit oftmals das reale Denken dabei gänzlich verloren haben.

Ich bin sogar der Auffassung, dass viele bei Ihrer Urteilsfindung nur allein auf die Gesetze ohne jegliche Beachtung einer Verfassungskonformität dieser urteilen. Sprich der normale Empfangshorizont bei der Urteilsfindung komplett ausgeschaltet wird und mithin auch manchmal sogar sicher bewusst übersehen wird, dass doch die Grundrechte und nicht etwa das bloße Gesetz als solches, hier für die Rechtsprechung nach Artikel 1 Abs. 3 und auch ohne "wenn und aber", stets maßgeblich sein muss.
teddybear ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 11:48   #47
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Zitat:
Zitat von 293949 Beitrag anzeigen
Sachbearbeiter sind nicht gezwungen rechtswidrig zu handeln - in dem Sinne finde ich, was Burnstorn schreibt schon ein wenig schönfärberisch...
Sachbearbieter sind in der Tat nicht gezwungen, rechtswidrig zu handeln. Genau das habe ich doch geschrieben! Sie handel in Übereinstimmung mit dem Gesetz. Genau das ist doch das Tragische! Ich verstehe daher nicht, was du meinst mit schönfärberisch. Dass Sanktionen rechtlich abwehrbar sind und dass die vermeintlich sanktionsbeschwerten Tatbestände, aufgrund derer sie konstruiert werden, oft auf wackeligen Füßen stehen und sie daher - zum Glück - vom SG oder bereits von der Widerspruchsstelle gekippt werden, ändert doch nichts an der Tatsache, dass das SGB II Sanktionen vorsieht.

Und es ändert auch nichts daran, dass SBs oftmals selbst auf die Finger geklopft wird, wenn sie Sanktionen nicht verhängen. Sie verhängen Sanktionen dann, um selbst nicht sanktionert (d.h. entlassen oder schlecht bewertet) zu werden. Was also ist daran bitte schönfärberisch. Es ist, wenn überhaupt, sogar eher schwarzmalerisch düster, weil es eine zynische Realität widerspiegelt.

Ich konnte als Beistand und durch Formulierungshilfen bei Widersprüchen ebenfalls schon einige Sanktionsanhörungen kippen. Aber wie gesagt: Das hat doch nichts mit meinen Ausführen bzgl. der Rechtslage zu tun, wonach SB gezwungen - ja: gezwungen (!) - sind, Sanktionen zu verhängen, wenn ihnen die in § 31 u. 32 SGB II genannten Pflichtverletzungen/MVs bekannt werden.
BurnsTorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 11:51   #48
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So kann mir auch keiner ernsthaft erzählen, dass ein Sozialrichter nicht ganz genau weis, dass eine Sanktionierung einer an sich Existenz absichernden Leistung, hier nicht auch zugleich nach Artikel 1 Abs. 1 verfassungswidrig ist.

Man ist nur zu faul einen Vorlagenbeschluss beim BVerfG zwecks Klärung einzuleiten, weil man Angst vor der medialen Wirksamkeit und auch seines Brötchengebers hat! Sicher ist es auch für die Laufbahn eines Richters eher schädlich, hier die offenkundigen Zweifel an der Verfassungskonformität eines Gesetzes anzuprangern. Also schwimmt man dann lieber jahrelang im Bot der verfassungswidrigen Gesetze mit und schluckt diese zu Lasten der Bedürftigen ohne Lobby!
teddybear ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 11:57   #49
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Zitat:
Zitat von teddybear Beitrag anzeigen
Mir ist nach dem lesen vieler Beschlüsse / Urteile der Sozialgerichtsinstanzen leider eines ganz besonders aufgefallen, nämlich, dass fast ausschließlich alle Richter hier offenbar viel zu sehr in ihrem Jurastudium auf die Gesetze fixiert worden sind und somit oftmals das reale Denken dabei gänzlich verloren haben.
Naja, die Fixierung auf die Gesetze kann auch was positives mit sich bringen: Es beugt Willkür vor. Das ist ja eine der Errungenschaften jedweden bürokratischen Prozessierens, dass streng nach Vorschrift und eben sonst wahrlich "blind" für sonstige Belange entschieden wird bzw. werden sollte!

Im ungünstigsten Fall kann das in der Tat zu einem Verkümmern des gesunden Menschenverstandes führen, es kann aber genau Diskriminierung vorbeugen, weil es dem reinen Gesetzestext folgend eben keinen Unterschied machen darf, welche Hautfarbe oder Herkunft, welchen Bildungsstand oder welches Einkommen jemand hat. In der Realität macht sowas aber vielfach einen großen Unterschied.

Ich glaube daher, dass Problem dürfte eher daran liegen, dass viele Richter aus sozialen Schichten stammen, in denen sie mit existenzieller Not nie auch nur ansatzweise in Berührung kamen. Es fehlt da häufig tatsächlich die Wahrnehmungsfähigkeit, weil man sich, wenn Geld nie wirklich eine Rolle gespielt hat, gar keine fundierten Gedanken darüber machen kann, was Armut bedeutet, was es heißt, wenn Menschen von dem einen ganzen Monat leben müssen, was man selbst bei einem guten Abendessen im Nobelrestaurant ausgibt...
BurnsTorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 12:08   #50
gurkenaugust
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Ich möchte mich zunächst bei allen, die bislang bei dieser Umfrage mitgemacht und/oder etwas zu diesem Thema geschrieben haben, herzlich bedanken. Es hat sich doch eine sehr interessante Diskussion entwickelt.

@BurnsTorn

Auch dir danke für deine Beiträge hier. Ich denke, eine offene Stellungnahme verdient immer Respekt, ganz gleich, was man inhaltlich dazu meinen mag. Als Initiator dieser Umfrage möchte ich mich hier eigentlich mit meiner persönlichen Meinung ganz heraushalten. Aber mir liegt eine bislang nicht gestellte Frage nahe, die vielleicht zu einer Vertiefung beitragen könnte.

Wenn manche deiner ehemaligen Kollegen den Druck ihrer Vorgesetzten spüren, selbst Zweifel am System haben und sich unwohl bei ihrer Tätigkeit fühlen, warum kommunizieren sie dies nicht offen und ehrlich gegenüber ihren "Kunden"? Damit meine ich keine Preisgabe von Dienstgeheimnissen oder sonstigen Interna. Aber warum gibt es nicht im persönlichen Gespräch eine klare Ansage nach dem Motto: "schauen Sie, Herr/Frau X, ich weiß selbst, daß ich Ihnen derzeit keine sinnvolle Tätigkeit anbieten kann und daß Maßnahmen doch nur der Statistik und den Veranstaltern nutzen. Aber ich muß das machen, weil ich meine Vorgaben habe und sonst meine eigene Stelle riskieren würde. Lassen Sie uns doch gemeinsam überlegen, wie man hier eine für beide Seiten einigermaßen erträgliche Lösung finden kann."

Reicht dir von dir beschriebene "Angst", die den Sachbearbeiter gefügig macht, so weit, hinter jedem "Kunden" jemanden zu vermuten, der ein solches Gespräch unverzüglich der Geschäftsführung melden wird? Oder was sind die Gründe?
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Alt 08.09.2012, 12:18   #51
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Zitat: "Man vermittelt halt, was da ist."

Ja, eben nichts!!!
Aber vom Elo per EGV und VA verlangen, dass er sich Jobs aus den Rippen schneidet!
xyz345 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 12:21   #52
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Zitat:
Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
Sachbearbieter sind in der Tat nicht gezwungen, rechtswidrig zu handeln. Genau das habe ich doch geschrieben! Sie handel in Übereinstimmung mit dem Gesetz.
NEIN! Eben nicht!
Sonst gäbe es ja die Klageflut nicht!
xyz345 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 12:48   #53
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Registriert seit: 25.04.2010
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Zitat:
Zitat von xyz345 Beitrag anzeigen
NEIN! Eben nicht!
Sonst gäbe es ja die Klageflut nicht!

Stimmt!

Man kann Sachbearbeiter auch nicht haftbar machen, wenn sie ihren Verpflichtungen aus der EGV nicht nachkommen.
Dem Elo drohen hingegen empfindliche Strafen !

Gleichberechtigung sieht anders aus !

Grüße !
HimbeerTony ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 13:07   #54
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Ort: In der Heimat der Elbdudelei
Beiträge: 2,343
Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Zitat:
Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
Sie handel in Übereinstimmung mit dem Gesetz.
Nein, genau DAS tun sie eben nicht, was ja auch die Klageflut beweist.

Auf das Unwissen und die Angst der Zwangskundschaft setzend, wird eine Flut von sinnfreien und häufig gesetzeswidrigen VV, Maßnahmezuweisungen, Mitwirkungsaufforderungen usw. produziert - stets davon ausgehend, dass der Zwangskunde sich nicht wehren wird.

Und die Rechnung geht auf!

Im Verhältnis zu der Masse von Leistungsberechtigten, wehrt sich - allen Klagefluten und Widersprüchen zum Trotz - nur ein verschwindend geringer Teil.

Die meiste Zwangskundschaft hat ja nicht mal eine schwache Ahnung davon, dass es Mittel zur Gegenwehr gibt.

Die SB/AV,pAps machen ihrer Zwangskundschaft i.d.R bereits beim Betreten des Büros deutlich, dass alles, was ab jetzt vom "Kunden" abverlangt wird, alternativlos ist, und widerspruchslos ausgeführt werden muss, da anderenfalls unverzüglich Sanktionen folgen.

Ob diese rechtlich haltbar sind, ist vollkommen sekundär. Die MA eines JC können sich bis auf wenige Ausnahmen bei ihrer Klientel verlassen, dass diese die Ausführungen anstandslos hinnehmen.

Würde - seitens der MA in den JC die Beratungs -und Auskunftspflicht ernstgenommen, und sich nicht auf den endlosen "Pflichtenkatalog" ihrer Zwangskundschaft beschränken - sähe die Situation da schon erheblich anders aus.
__________________
Mit der – besonders im SGB II häufigen – Betonung der Kundenpflichten und Rechtsfolgen wird
zudem weniger eine vertragliche Dienstleistungsbeziehung mit Beiträgen beider Parteien konstituiert als
die potenzielle
Sanktionsgewalt des Leistungsträgers
unterstrichen

Eingliederungsvereinbarungen in der Praxis
IAB-Kurzbericht 18/2011


Geändert von Hamburgeryn1 (08.09.2012 um 13:27 Uhr)
Hamburgeryn1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 14:02   #55
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Es widerspricht sich folg. Anmerkung von @BurnsTorn:

"Bis dahin erscheint es mir ratsam, für mehr gut qualifizierte Vermittler ohne Angst zu plädieren, denn nur diese werden im Gegenzug weniger geneigt sein, ihre Angst nach Unten weiterzugeben.".

Was nutzt ein MA ohne Angst, wenn er zu Sanktionen (Quote) gezwungen wird? Nein, das H4-Gesetz muß grundsätzlich abgeschafft und die früheren Regelungen (vor 2005) eingeführt werden. Das klappte und führte auch dazu, daß Stellen dem AA gemeldet wurden, so daß Hilfesuchende wirklich Arbeit bekamen. Ich selbst hatte damals nach Umzug tolle Stellen bekommen.

Außerdem, ich hatte schon zig SB´s, die ich ehrlich gesagt, für total bescheuert und würdelos hielt. Ich habe auch inszwischen gar keine Achtung ihnen gegenüber mehr. Warum? Weil sie in jeder Hinsicht versuchten, mir meine Lebensleistung, Bildung und Berufstätigkeiten abzusprechen. Sie verrichteten ihren Dienst per BG-Nr. ohne Bezug auf Persönlichkeit. Klar, vielleicht bin ich ein Extrembeispiel, aber ich lasse mich nicht so behandeln. Da wird schnell eine Beschwerde geschrieben bis ich den los bin.

Mir ist es auch total egal, wie SB´s unter Druck gesetzt werden. Sie verlieren nichts und können weitermachen. Dabei wünschte ich mir, daß sie die Quittung auch mal bekommen. So behandelt man seine Mitmenschen nicht, ganz egal, wie Gesetze lauten. Glücklicherweise konnte ich auf diese Weise, jegliche Zwänge, die mir SB´s auferlegen wollten, abwenden.

Deshalb @BurnsTorn sind Deine Gedanken daneben. Sie spiegeln die Realität nicht ab. Sie sagen nur aus, was auf der anderen Schreibtischseite vor sich geht, wie die Norm ist, aber die Wirklichkeit besteht aus Willkür und Abschieberei. Du bist nicht in den einzelnen Büros und kannst über JC im Lande gar keine Aussage treffen. Die unterscheiden sich nämlich intern. LG
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Geändert von Berlin50 (08.09.2012 um 14:11 Uhr)
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Alt 08.09.2012, 14:05   #56
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Zitat:
Zitat von gurkenaugust Beitrag anzeigen

Wenn manche deiner ehemaligen Kollegen den Druck ihrer Vorgesetzten spüren, selbst Zweifel am System haben und sich unwohl bei ihrer Tätigkeit fühlen, warum kommunizieren sie dies nicht offen und ehrlich gegenüber ihren "Kunden"?

Damit meine ich keine Preisgabe von Dienstgeheimnissen oder sonstigen Interna. Aber warum gibt es nicht im persönlichen Gespräch eine klare Ansage nach dem Motto: "schauen Sie, Herr/Frau X, ich weiß selbst, daß ich Ihnen derzeit keine sinnvolle Tätigkeit anbieten kann und daß Maßnahmen doch nur der Statistik und den Veranstaltern nutzen. Aber ich muß das machen, weil ich meine Vorgaben habe und sonst meine eigene Stelle riskieren würde. Lassen Sie uns doch gemeinsam überlegen, wie man hier eine für beide Seiten einigermaßen erträgliche Lösung finden kann."

Reicht dir von dir beschriebene "Angst", die den Sachbearbeiter gefügig macht, so weit, hinter jedem "Kunden" jemanden zu vermuten, der ein solches Gespräch unverzüglich der Geschäftsführung melden wird? Oder was sind die Gründe?
Ich will es mal so formulieren: Es gibt durchaus SBs, die das so machen, wie du es oben als naheliegendes, potentiell eher korrektes Verhalten schilderst. Es gibt SBs, die den Kunden reinen Wein einschänken. Es gibt aber, so denke ich, wenige davon. Und erst recht gibt es wenige davon unter den befristeten Kräften. An meinem eigenen Beispiel will ich das erläutern: Ich war zu Anfang meiner Tätigkeit auch noch nett und ehrlich, habe also den Kunden offen gesagt: "Ich kann gar nix für Sie tun." Oder "Woher soll ich wissen, wo Sie sich bewerben sollen?" "Hier ist tote Hose in ihrem Bereich, das weiß ich auch!" Oder "Klar weiß ich, dass das sinnlos ist, wenn Sie bei Ihrem Gesundheitszustand bewerben" oder "Dass unsere Maßnahmen sie nicht in Arbeit bringen, ist mir auch klar." Ich habe auch dutzendfach gesagt: "Schön dass Sie da sind, ich musste Sie heute einladen, damit die Kundenkontaktdichte stimmt. Mehr wollte ich nicht, Sie können dann wieder gehen." Oder ich habe gsagt: "Dass Zeitarbeit Exkrement ist, da müssen wir glaube ich nicht drüber reden. Das weiß ich auch."

Dumm ist nur, dass man dieses Verhalten immer dann radikal ändern muss, wenn die Teamleitung bei einem Gespräch hospitiert. Da wird dann nämlich durchgreifende Härte und klare Kante verlangt. Da muss dem Kunden klar gemacht werden: Wir wollen Sie hier weg haben. Wir wollen Sie nicht wiedersehen und wir wollen, dass Sie verdammt noch mal jede legale Beschäftigung überall in Deutschland aufnehmen. Und zwar jetzt. Sofort. Keine Ausreden. Los. Weg weg weg! Um das zu kommunizieren, muss man aber, sofern man zuvor freundlich und eher empathisch war, das Verhalten ändern, wird fordernder und bestimmender, tritt nicht mehr so höflich auf. Und das irritiert die Kunden logischerweise. Ich hatte einen, der sagte dann: "Warum sind Sie denn heute so?" und einen anderen, der allen Ernstes sagte: "Warum? Das musste ich doch noch nie machen", als ich ihn aufforderte, seine Eigenbemühungen vorzulegen. Dass es daraufhin zu einer kritischen Nachfrage des Teamleiters kam, ist wohl klar.

Bei mir gab es auch ein Schlüsselereignis, das ich hier nicht im Detail ausführen möchte. Nur so viel: Ich hatte tatsächlich einen sehr redseligen und in einer Sozial-Initiative engagierten Kunde, dem ich damals sagte, ich würde seinen Ausführungen über die Problematik von Hartz IV im Grunde genommen zustimmen. Das war ein schlimmer Fehler meinerseits, diese Sympathie zu zeigen. Denn bei einem späteren Gespräch in einem anderen Kontext wusste besagter Kunde mitsamt Beistand meinem Teamleiter gegenüber zu berichten, dass ich ja das SGB II auch sehr kritisch sähe und dies bei vorherigen Gesprächen mehrfach zum Ausdruck gebracht hätte. Ich musste mich dafür dann rechtfertigen, wurde angemahnt, meine Haltung zu überdenken und es gab auch noch eine weitere Konsequenz, die ich nicht kommentieren will.

Kurzum bin ich durch schlechte Erfahrungen dazu übergegangen, einfach nur still zu sein, den Kunden mit Gleichgültigkeit zu begegnen und entweder wenig zu reden oder einfach bei Diskussionen meinen Standardspruch zu bringen: "Das ist eben Ihre Meinung". Ich wollte jedenfalls tunlichst vermeiden, mir nochmal nachsagen lassen zu müssen, ich hätte das Amt kritisiert. Denn ich hatte schlicht und einfach viel Angst um meinen Job. Und diese Angst war berechtigt, zumal mein Vertrag auch nicht verlängert wurde. Dass wusste ich zu dem Zeitpunkt aber ja noch nicht. Ich zog für mich also den Schluss: Na gut, dann halte ich in Zukunft eben meine Fresse und mache meine Arbeit genau so, wie sie von mir verlangt wird.

Meine "Erleuchtung" war: Durch Freundlichkeit und Verständnis handelt man sich nur Probleme ein. Unfreundlichkeit und Dienst nach Vorschrift hingegen wirken positiv. Zumindest bei uns im Amt galt auch die Devise, dass, wer nicht von zahlreichen Beschimpfungen durch Kunden zu berichten wusste, offenbar keine gute Arbeit leistete. Denn gute Arbeit (aus Sicht des Amtes) ist eben eine solche, die die Kunden aus dem Bezug drängt. Und die beschweren sich dann mitunter auch mal lautstark. Derjenige, über den sich nie beschwert wird, muss dieser Logik nach was falsch machen. Ich habe mich in Folge dessen also angepasst, denn als Querulant hat man immer Probleme. Ich habe den gleichen Habitus an den Tag gelegt, mir das BA-Neusprech angeeignet, nicht mehr von Bürgern, sondern von Kunden gesprochen, nicht mehr von Fördern geredet, sondern gefordert, nicht mehr den Sozialstaat propagiert, sondern die Eigenverantwortung hochgehalten und Lobpreisungen auf die Zeitarbeit und den hohen Klebe-Effekt gesungen.

Außerdem habe ich dann wie wild Maßnahmen gefüllt. Bei einer Maßnahme (welche weiß ich nicht mehr, weil die eh alle ziemlich gleich, und auch gleich nutzlos sind) hatte ich sogar mal die höchste Zuweisungsquote, was dann auch durch ein "gut gemacht " des Teamleiters lobgepreist wurde. Zudem erhielt ich dann auch eine Maßnahme, die ich selbst betreuen durfte. Das heißt: Ich war dafür verantwortlich, die voll zu kriegen, musste also Kollegen Druck machen, dass die die Maßnahme befüllen. Denn am Ende hätte ich mich rechtfertigen müssen, wenn die Maßnahme nicht voll gefüllt gewesen wäre.

Es dauerte suma sumarum sechs Monate, bis ich das übliche Prozedere völlig verinnerlicht hatte, mich also vom ehemaligen Hartzer zum forderndern PAP transformiert hatte. Auch bei mir hieß es dann bei fast jedem Gespräch: Reinkommen, Bewerbungsnachweise vorzeigen, Datanabgleich, Kunden auffordern, sich endlich mehr Mühe zu geben, in Arbeit zu kommen, VVs mitgeben, zu Maßnahme zuweisen und verabschieden. Ich habe diese Entwicklung durchlaufen, und ich denke, dass sie bei vielen Ex-Kollegen ähnlich passierte. Es war während dieser Zeit auch nicht so, dass ich mir nicht im Klaren darüber war, dass ich mich veränderte. Ich merkte das durchaus. Ich habe es eben als eine Notwendigkeit akzeptiert, um selbst in diesem System arbeiten zu können. Man passt sich an, zumindest tat ich es. Fresse oder gefressen werden eben. Ich fraß lieber.

Ich kann diesbezüglich aber insofern nur für mich sprechen, als im JC jeder PAP alleine vor sich hinwerkelt. Man ist zwar in einem Team zusammengefasst, aber es hat jeder sein eigenes Büro und Austausch findet außer beim Mittagessen und bei der einstündigen Dienstbesprechung einmal pro Woche kaum statt. Man hat nämlich auch keine Zeit für einen kollegialen Austausch, da man am Tag 6 - 8 Gespräche führt, das dann dokumentiert und nebenbei noch die Post, Anträge etc. zu bearbeiten, Anhörungen zu verschicken und Sanktionen zu verhängen hat. Ich habe wenige Einblicke in die Tätigkeit anderer Vermittler gehabt, kann nur für mich sprechen und das wiedergeben, was mir selbst wiederfahren ist. Und das tue ich hier ja.
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Alt 08.09.2012, 14:36   #57
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Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen

Was nutzt ein MA ohne Angst, wenn er zu Sanktionen (Quote) gezwungen wird?
Habe ich doch geschrieben: Wer fest im Sattel sitzt, wie die Beamten und unbefristeten Beschäftigten, der kann es sich leisten, zu sagen: "Ich mache das so nicht mit". Er kann sagen: "Quote ist ja schön und gut. Aber ich kann mir da nix aus den Fingern saugen, meine Kunden verhalten sich alle korrekt." Wer hingegen nicht fest im Sattel sitzt, kann sich solche Souveränität in der Regel nicht leisten. Der befristet Angestellte kann obiges zwar auch sagen, nur muss er dann damit rechnen, als Minderleister keine Vertragsverlängerung zu erhalten. Denn wäre er des Leistens fähig, hätte er ja, so die Logik dieses Systems, kreative Sanktionswege gefunden!

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Nein, das H4-Gesetz muß grundsätzlich abgeschafft [...] werden.
Sehe ich auch so!

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Außerdem, ich hatte schon zig SB´s, die ich ehrlich gesagt, für total bescheuert und würdelos hielt.
Warum sollten SB auch per se intelligenter oder würdevoller sein als andere Beschäftigte? Genau das versuche ich ja hier aus systemischer Perspektive darzulegen: SB sind natürlich keine besseren Menschen. Genauso wenig sind sie schlechtere. Sie sind Menschen, die sich aufgrund des systemischen Arrangements, in dem sie interagieren, so verhalten, wie sie sich verhalten.

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Sie verrichteten ihren Dienst per BG-Nr. ohne Bezug auf Persönlichkeit.
Das ist ja auch Ihre Aufgabe. Man nennt das Bürokratie: Arbeit nach Vorschrift, ohne Blick auf die Person. Der Blick ist auf den Fall gerichtet. Und das ist im Grunde genommen eine Errungenschaft.

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Mir ist es auch total egal, wie SB´s unter Druck gesetzt werden. Sie verlieren nichts und können weitermachen.
Eben nicht. Lies doch mal, was ich schreibe. Unter Druck stehen die SB, die was zu verlieren haben. Das sind meist die Jungen. Die Unbefristeten lassen sich nicht so unter Druck setzen. Denen gehen deine Beschwerden gänzlich am Arsch vorbei. Die sitzen im gemachten Nest.

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Deshalb @BurnsTorn sind Deine Gedanken daneben.
Danke für diesen Hinweis. Ich werde mir folglich ein Beispiel an dir nehmen und mir zukünftig keine Gedanken mehr machen.

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Sie spiegeln die Realität nicht ab. Sie sagen nur aus, was auf der anderen Schreibtischseite vor sich geht, wie die Norm ist, aber die Wirklichkeit besteht aus Willkür und Abschieberei.
Es gibt keine universale Wirklichkeit. Das ist Konstruktivismustheorie des ersten Semesters Sozialwissenschaften.

Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
Du bist nicht in den einzelnen Büros und kannst über JC im Lande gar keine Aussage treffen.
Tue ich auch nicht. Ich schildere primär meine eigenen Erfahrungen und verweise sekundär auf Erkenntnisse, die ich mir durch Literatur und Sichtung von Studien angeeignet habe.
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Alt 08.09.2012, 14:55   #58
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Zitat:
Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
(...) Ich zog für mich also den Schluss: Na gut, dann halte ich in Zukunft eben meine Fresse und mache meine Arbeit genau so, wie sie von mir verlangt wird.
...."und würde sie auch wieder machen, wenn mir ein Arbeitsplatz im JC angeboten wird, denn zwischen 780,- Euro und 2800,- Euro besteht ein großer Unterschied." (BurnsTorn)

Gerade weil du es besser weißt, ist es besonders bedauerlich, dass du dich bei deinem großen Potential für eine Handvoll Silberlinge für eine so schlechte Sache verkaufst.
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Mit der – besonders im SGB II häufigen – Betonung der Kundenpflichten und Rechtsfolgen wird
zudem weniger eine vertragliche Dienstleistungsbeziehung mit Beiträgen beider Parteien konstituiert als
die potenzielle
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Alt 08.09.2012, 14:59   #59
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Zitat:
Zitat von Hamburgeryn1 Beitrag anzeigen
Würde - seitens der MA in den JC die Beratungs -und Auskunftspflicht ernstgenommen, und sich nicht auf den endlosen "Pflichtenkatalog" ihrer Zwangskundschaft beschränken - sähe die Situation da schon erheblich anders aus.
Das wird deshalb schon nicht passieren, weil viele Vermittler meiner Überzeugung nach:

- gar nicht das nötige Fachwissen besitzen, um fundierte Aufklärungsarbeit leisten zu können
- auch keine Zeit freigestellt bekommen, sich dieses Wissen anzueignen
- selbst wenn sie es hätten, sie dann im Büro keine Zeit haben, fundiert zu beraten
- keinen Anreiz haben, fundiert zu beraten, weil das mehr Arbeit macht und seitens der Vorgesetzen nicht wertgeschätzt wird
- von höherer Stelle durch Geschäftsanweisungen angehalten werden, bestimmte Rechte zu verschweigen
- gleichgültig Dienst nach Vorschrift machen und um 08:00 Uhr bereits den Feierabend herbeisehnen
- die Kunden durch die Soziale Kälte, die HARTZ IV hervorbrachte, mehr und mehr als "nervige Störer" betrachten
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Alt 08.09.2012, 15:09   #60
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Zitat:
Zitat von Hamburgeryn1 Beitrag anzeigen

Gerade weil du es besser weißt, ist es besonders bedauerlich, dass du dich bei deinem großen Potential für eine Handvoll Silberlinge für eine so schlechte Sache verkaufst.
Das ist mir bewusst. Und ich sagte ja, dass ich da durchaus einen inneren Konflikt hatte. Aber ich gebe unumwunden zu: Ja. Ich würde mich auch heute wieder dafür verkaufen. Gerade aufgrund der sozialen Kälte würde ich mich wieder verkaufen. Willst du mir ehrlich erzählen, dass du das - als Mutter mehrer Kinder - nicht tätest? Ich würde es tun, weil ich weiß, dass heute nunmal, so bitter das ist, jeder in erster Linie erstmal selbst sehen muss, wo er bleibt. Ist das moralisch fragwürdig, wenn andere dann darunter leiden? Na sicher ist es das. Keine Frage! Das weiß ich doch. Aber so bitter wie es klingt: Das ist mir dann erstmal egal. Da bin ich eher Egoist als moralisch gefestigter Altruist. Aber immerhin versuche ich das durch mein soziales Engagement zu kompensieren und bin nicht so heuchlerisch, mich hier als Gutmensch aufzuspielen, wie manche Vermittler das tun. Bin ich deshalb besser? Nein. Aber als schlecht sehe ich mich auch nicht. Eher als moralisch flexiblen Pragmatiker.
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Alt 08.09.2012, 15:17   #61
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@BurnsTorn: Ich habe noch nie gehört, gesehen oder gelesen, daß MA ohne Beamtenstatus entlassen wurden. Nicht mal durch wirklich grenzwertigen Fehlern, Beschwerden oder Gerichtsniederlagen. Ist es nicht eher so, daß sie versetzt werden?

@Hamburgeryn1: Bin ganz Deiner Meinung. Betrug des Gewissens nenne ich das. Kein Wunder, daß sich so viele Diktatoren in D. entwickeln. Gerade auf politischer und wirtschaftlicher Ebene.

LG
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Alt 08.09.2012, 15:27   #62
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Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
@BurnsTorn: Ich habe noch nie gehört, gesehen oder gelesen, daß MA ohne Beamtenstatus entlassen wurden. Nicht mal durch wirklich grenzwertigen Fehlern, Beschwerden oder Gerichtsniederlagen. Ist es nicht eher so, daß sie versetzt werden?
Das stimmt schon, echte Entlassungen passieren selten. Was ich meine, sind eher Nich-Übernahmen. Sprich: Die etwa 15.000 Mitarbeiter der Jobcenter, die einen befristeten Vertrag haben, werden nicht übernommen, wenn sich Fehlverhalten (verstanden als Fehlverhalten gegenüber den Amtsvorgaben, nicht etwa gegenüber den Kunden) summiert. Deshalb sage ich ja: Hat man erstmal einen Festvertrag, kann man wieder "freundlicher" werden. Es gibt diesbezüglich übrigens auch eine Untersuchung von A. Ames zum Rollenverständnis von PAPs aus 2007, woraus sich dieser Schluss anhand der Sanktionsquote der von ihr befragten PAPs ziehen lässt. (Allerdins ist hier festzuhalten das das Befragungs-Sample sehr gering war) Der direkte Druck geht meist von den befristeten Kräften aus. Freilich sind es aber, das muss bedacht werden, die unbefristeten Beamten, die im Hintergrund die Fäden ziehen und den Druck sozusagen in Auftrag geben...
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Alt 08.09.2012, 15:28   #63
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Zitat:
Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
Willst du mir ehrlich erzählen, dass du das - als Mutter mehrer Kinder - nicht tätest?
Nein, ich würde es nicht. Diese Tätigkeit ist mit meinem Gewissen unvereinbar.

Sowenig, wie ich eine Waffe* auf einen anderen richten könnte, um ihn zu schädigen/töten, sowenig bin ich Willens einen anderen Menschen die Existenz zu entziehen. Ihn administrativer Gewalt auszusetzen, um selber bestehen zu können.

Das hat weniger mit Altruismus zu tun, sondern mit der schlichten Erkenntnis, dass dieses Gesetz nicht umzusetzen wäre, würde es die vielen Helfer und Zuarbeiter nicht geben, zu denen ich mich nicht zählen möchte.

*Ich rede nicht von Notwehr!
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Hamburgeryn1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 15:35   #64
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Zitat:
Zitat von Berlin50 Beitrag anzeigen
@Hamburgeryn1: Bin ganz Deiner Meinung. Betrug des Gewissens nenne ich das.
Und ich nenne das Auto, warme Wohnung und vollen Kühschrank. Wenn das nur mit einem Gummi-Gewissen zu haben ist, ist mir das ehrlich gesagt lieber als das diamantharte, unbetrogene Pendant. Letzteres hilft einem nämlich auch nicht, die Bude zu heizen. Und auch ansonsten interessiert es keine Sau, wenn man nix zu fressen hat, aber sagen kann: "Doch mein Gewissen ist rein!" Ja, toll. Ich habe da lieber Geld.
BurnsTorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 15:39   #65
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Zitat:
Zitat von Hamburgeryn1 Beitrag anzeigen
Nein, ich würde es nicht. Diese Tätigkeit ist mit meinem Gewissen unvereinbar.

Sowenig, wie ich eine Waffe* auf einen anderen richten könnte, um ihn zu schädigen/töten, sowenig bin ich Willens einen anderen Menschen die Existenz zu entziehen. Ihn administrativer Gewalt auszusetzen, um selber bestehen zu können.

Das hat weniger mit Altruismus zu tun, sondern mit der schlichten Erkenntnis, dass dieses Gesetz nicht umzusetzen wäre, würde es die vielen Helfer und Zuarbeiter nicht geben, zu denen ich mich nicht zählen möchte.

*Ich rede nicht von Notwehr!
Ich unterstelle einfach mal das es Sachbearbeiter gibt die den
job antreten um Menschen zu helfen oder deren Situation zu verbessern, und dann feststellen wie sie mit
statistiken ,Leistungsberichten oder wie auch immer zu Feinden des Systems gemacht werden.Die kämpfen irgendwie auf verlorenem
Posten .Und wenn sie das realisiert haben gibts vielleicht Dienst nach Vorschrift oder gleich Krankschreibung zB mit burn out
Wutbuerger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 16:00   #66
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Als ich noch vom Arbeitsamt und danach JC abhängig war, bekam ich nicht einen Vorschlag nichtmal von einer ZAF, mir wurde klipp und klar gesagt: Sie sind Alleinerziehend und das noch als Mann, da haben Sie 0 Chance, die haben mich weitgehends auch in Ruhe gelassen, bis eine neue SB kam, bei ihr musste ich einmal für 20 Min zur DAA hießen die glaub ich, die haben mir eine Bewerbung geschrieben, ausgedruckt Fertig.
Danach kam sie mit einem sinnlos 1 Euro Job an, ich sollte mir eine Tagesmutter suchen, hab ich abgelehnt mit der Begründung Familie geht vor, ich erziehe und Bekoche mein Kind sonst niemand, damals 2.Klasse, sie soll mir den § zeigen wo steht das ich dazu verpflichtet bin, ich hatte ihr einen § gezeigt das Familie unantastbar ist bzw die Erziehung ( so ähnlich hab den genauen Wortlaut nicht mehr im Kopf, müsste ich in den Unterlagen suchen, falls noch vorhanden), ich gern zur Verfügung stehe von halb 9 bis 11:30 Uhr, dann kam der Vorschlag eines Schlüsselkindes, hab ich ebenso abgelehnt in dem Sie das mir überlassen müsste, nie wieder was von 1 Euro gehört, im Gegenteil Sie liess mich dann auch in Ruhe, ausser die Standart Einladungen, alle paar Monate.
Sanktionen bekam ich aber 2 mal in der Zeit, allerdings Eigenschuld bin nicht immer den Einladungen gefolgt und ansonsten halt der übliche Ärger wenn man zb. was Beantragte.
Also was vernünftiges bekam ich nie.
Goldfield ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 16:18   #67
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Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Ehrlich, was für ein scheiß Charakter @BurnsTorn. Und Du heuchelst nicht? Quatsch. Du bist genauso ein Heuchler, wie alle in Ämtern, die sich angeblich hoch"heucheln" - äh .. hoch "arbeiten" auf höhere Posten. Daher haben wir diese unfähigen Beamten, Ministerien, Abgeordneten und Bundesregierung. Heucheln bis der Arzt kommt und nichts Gutes für die Allgemeinheit zustande bringen.

Solche Leute wie Du, verkaufen auch Mutter, Vater und Kind. Sie lernen von Dir. Pfui Teufel.

Nee, darauf kann ich verzichten. Es kann nur heißen, alle Alo´s gegen ihre Peiniger. Anzeigen, Beschweren, öffentlich blosstellen.

LG
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Berlin50 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 16:52   #68
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Zitat:
Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
Ich wollte jedenfalls tunlichst vermeiden, mir nochmal nachsagen lassen zu müssen, ich hätte das Amt kritisiert. Denn ich hatte schlicht und einfach viel Angst um meinen Job.
Wie kann man Angst vor einem Job haben, bei dem es darum geht, hilfsbedürftige Menschen zu schikanieren und zu nötigen?

Lieber bleibe ich in Armut auf Hartz IV sitzen als mich nur des Geldes wegen von so einem abartigen Systempack auch noch zum Systemarsch und Täter vergewaltigen zu lassen!

So etwas Ähnliches hatten wir doch schon einmal! Nur damals ging es gegen die Juden!

Du solltest also vielmehr froh sein, dass dich die Kapital-Bande nicht noch mehr zum Verbrecher gegen die Menschlichkeit, als ohnehin schon gemacht hat!
teddybear ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 17:06   #69
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Zitat:
Zitat von teddybear Beitrag anzeigen
So etwas Ähnliches hatten wir doch schon einmal! Nur damals ging es gegen die Juden!
Godwin lässt grüßen. Mal ehrlich: Wie geistig verroht oder historisch ignorant muss man eigentlich sein, hier ernsthaft zu implizieren, es gäbe Ähnlichkeiten zwischen der systematischen Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung von Menschen im dritten Reich mit der heutzutage praktizierten sozialstaatlichen Grundsicherung? Das ist eine widerliche Verhöhnung der Opfer wirklichen Staatsterrorismus, wenn hier suggeriert wird, das heutige Grundsicherungssystem habe da irgendwelche Ähnlichkeiten mit der Schoah. Das ist absurd. Hartz IV Empfängern wird durch den Staat die Existenz gesichert. Den Juden und anderen damals Verfolgten hingegen wurde sie durch einen Verbrecherstaat genommen. Da ist nichts, aber auch gar nichts ähnliches dabei.
BurnsTorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 17:12   #70
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Zitat:
Zitat von HimbeerTony Beitrag anzeigen
Stimmt!

Man kann Sachbearbeiter auch nicht haftbar machen, wenn sie ihren Verpflichtungen aus der EGV nicht nachkommen.
Dem Elo drohen hingegen empfindliche Strafen !

Gleichberechtigung sieht anders aus !

Grüße !
Alle Menschen sind gleich,
nur, manche sind gleicher als die anderen.
G. Orwell, Animal Farm
xyz345 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 17:14   #71
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BurnsTorn ist der reale Beweis für:

Nach oben buckeln und nach unten treten.

Gratulation.

Wir sind an dem Punkt angelangt, dass wir uns mit unserem Grundgesetz den A... abwischen können.

Habt ihr super hingekriegt.
Keshy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 17:22   #72
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Zitat:
Zitat von Keshy Beitrag anzeigen
BurnsTorn ist der reale Beweis für:

Nach oben buckeln und nach unten treten.


Heinrich Mann, "Der Untertan"

Es hat sich nichts geändert.

Geändert von xyz345 (08.09.2012 um 17:29 Uhr)
xyz345 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 17:27   #73
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Die Umfrage ist ja heftig.
Von 59 Abstimmern haben 56 keine Jobangebote bekommen.

Na bitte. Hier - in den Mobcenter-Verwaltungen - werden massive Geldwerte vernichtet. Ein Vielfaches mehr, als ein Elo bekommt. Da sollte mal Uschi von den Lügen den Rotstift ansetzen!
Schon vor Jahren wurde bekannt, dass eine Elo-Verwaltung monatlich den fast vierfachen H4-Betrag inkl. Miete übersteigt.
xyz345 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 17:49   #74
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Zitat:
Zitat von xyz345 Beitrag anzeigen
Die Umfrage ist ja heftig.
Von 59 Abstimmern haben 56 keine Jobangebote bekommen.
Das stimmt so nicht. Denn die Umfrage lautet:

"Wurde dir mindestens einmal eine attraktive Arbeitsstelle vermittelt?"

Das heißt nicht, dass keinem der 59 Abstimmer keine Arbeitsstellen vermittelt worden sind.

PS: Ich glaube, der TE wollte eigentlich folgende Umfrage machen:

"Wurde dir mindestens einmal eine attraktive Arbeitsstelle vorgeschlagen?"

So jedenfalls habe ich die Frage verstanden und entsprechend geantwortet.
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schlaraffenland ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 17:53   #75
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Okay, "attraktive" Arbeitsstelle.

Aber die Mehrheit hier schreibt doch, dass sie keine Arbeitsstellen vermittelt bekamen.
xyz345 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 18:06   #76
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Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
Godwin lässt grüßen. Mal ehrlich: Wie geistig verroht oder historisch ignorant muss man eigentlich sein, hier ernsthaft zu implizieren, es gäbe Ähnlichkeiten zwischen der systematischen Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung von Menschen im dritten Reich mit der heutzutage praktizierten sozialstaatlichen Grundsicherung? Das ist eine widerliche Verhöhnung der Opfer wirklichen Staatsterrorismus, wenn hier suggeriert wird, das heutige Grundsicherungssystem habe da irgendwelche Ähnlichkeiten mit der Schoah. Das ist absurd. Hartz IV Empfängern wird durch den Staat die Existenz gesichert. Den Juden und anderen damals Verfolgten hingegen wurde sie durch einen Verbrecherstaat genommen. Da ist nichts, aber auch gar nichts ähnliches dabei.
@BurnsTorn:
Und wie vielen wird hier die Grundsicherung verweigert?
Wie viele werden ausgegrenzt?
Wie viele verrecken, da ihnen die Grundsicherung verweigert wird?
Jetzt frag bloß nicht nach Einzelheiten, du kennst sie.

Ich konnte mir früher nie vorstellen, warum Menschen ihre Mitmenschen so dermaßen verachten, dass sie deren Vernichtung wollten...
Heute kann ich es eher nachvollziehen.

Wie können Jobcenter-MAs ihre Mitmenschen dreist ins Gesicht lügen, ihnen ihr Recht auf Existenzsicherung nehmen, ihnen unmögliche Dinge aufbürden, zu denen sie selbst nicht im Stande sind, jeden Tag menschenverachtend, zynisch, verlogen, hinterlistig gegenübertreten und rechtswidrig Leistungen verweigern...?
Wie können die mit dieser Schande leben und morgens in den Spiegel schauen, ohne dass es ihnen wird?
Was soll denn geschehen mit denen, denen rechtswidrig Leistungen verweigert werden? Ich kann mir die Antwort schon denken, typisch Mobcenter: "Lass den liegen! Dreck tritt sich fest."

xyz345 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 18:21   #77
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Zitat:
Zitat von xyz345 Beitrag anzeigen
Okay, "attraktive" Arbeitsstelle.

Aber die Mehrheit hier schreibt doch, dass sie keine Arbeitsstellen vermittelt bekamen.
Nö, nicht ganz, an sogenannten "Vermittlungsvorschlägen" mangelt es nicht, aber eben nur Schrott, Zafs etc.

Unter erfogreicher Vermittlung verstehe ich eine halbwegs attraktive Stelle, die man dann auch antreten konnte.


Gruß !
HimbeerTony ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 18:23   #78
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Beiträge: 352
Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Zitat:
Zitat von xyz345 Beitrag anzeigen
Aber die Mehrheit hier schreibt doch, dass sie keine Arbeitsstellen vermittelt bekamen.
Naja, so stimmt das nicht. Denn viele Kunden erfahren es gar nicht, wenn ihnen ein Job vermittelt wird. Wie das sein kann? Ganz einfach! Üblicherweise passiert folgendes: Sobald ein Kunde im JC bekannt gibt, er habe einen Job, ein Vorstellungsgespräch oder eine Probearbeit bei Firma XYZ in Aussicht, wird seitens des Arbeitgeberservice des JC sofort ein Jobbörse-Suchlauf gestartet, um zu schauen, ob der Arbeitgeber die Stelle in der Jobbörse inseriert hat bzw. sie wird, wenn möglich, seites des AGS inseriert. Der Kunde erhält dann für die Stelle, die er sich eigentlich ja selbst gesucht hat, einen Vermittlungsvorschlag. Manchmal ist der auch nur im PC vermerkt und geht dem Kunden gar nicht per Post zu, denn wozu sollte er? Der Kunde würde sich dann ja nur über die Unfähigkeit des JC aufregen. Außerdem hat sich ja schon beworben, man kann ihn also nichtmal sanktionieren.

Doch das hat nix mit Unfähigkeit zu tun, es ist clever, weil man so die Vermittlungszahlen aufbessert. Denn der Arbeitsvermittler des AGS kann dann, sofern es zur Einstellung des Kunden kommt, anklicken, dass dieser durch Beteiligung des JC integriert wurde. Das ist eine bedeutende Controlling-Zahl, die nachgehalten wird. Diese "Vermittlungen" sind sozusagen die Sahnestück für die Vermittler, weil sie sich die auf die Fahne schreiben können, ohne irgendwas für den Kunden getan zu haben und ohne dass der Kunde je davon erfährt. Der Kunde weiß also gar nicht, dass er durchs Jobcenter "vermittelt" wurde und der Vermittler freut sich über die Verbesserung seiner Vermittlungsquote durch die eigene harte Arbeit. Ich habe damals viel solch harter Arbeit erledigt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
BurnsTorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 18:24   #79
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Beiträge: 184
Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Das nächste Problem wäre, wenn es auch eine anständige Stelle ist, dann ist heutzutage die Wahrscheinlichkeit höher eine Nadel im Heuhaufen zu finden größer als dann dort einen Arbeitsvertrag zu bekommen. Da sich dann auf die Stelle hunderte andere auch bewerben. Und leider sind solche Stellen ziemlich rar -.-
Keshy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2012, 18:26   #80
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Benutzerbild von schlaraffenland
 
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Beiträge: 1,031
Standard AW: Umfrage: Qualität der Arbeitsvermittlung

Unter "attraktive Arbeitsstelle" verstehe ich auch, dass die vorgeschlagene Arbeitsstelle mit den eigenen Qualifikationen, Fertigkeiten und Wünschen übereinstimmt. Das war bisher in meinem Fall nicht wirklich der Fall.
__________________

schlaraffenland ist offline   Mit Zitat antworten
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