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| Tags: algii, bilanz, persoenliche |
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| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 02.07.2008 Ort: Gulag-IV
Beiträge: 1.040
| Hallo ihr lieben, ich hab mir in Bezug auf die Zukunftsaussichten mal Gedanken gemacht und habe versucht für mich persönlich eine Bilanz zu ziehen. Diese sieht leider nicht gut aus. Wer will kann sich das ja durchlesen. Würde mich über Feedback bzw. das lese eurer Erfahrungen freuen. ************************************************** ******* Schon seid Kindesbeinen an wird uns gepredigt: "Man lernt für das Leben". Diesen Leitsatz habe ich befolgt und habe versucht meinen Schulabschluss damals so gut wie möglich zu absolvieren. Dieses ist mir auch wie ich finde gelungen. War weder ein 1er-Streber noch ein "Null-Bock" Schüler sondern hab immer im guten Mittelfeld geschwommen. Im Anschluss daran habe ich auch eine Ausbildungsstelle erhalten. Zu diesem Zeitpunkt (1996) war es damals zwar schwieriger einen Ausbildungsplatz zu erhalten aber nicht unmöglich. Was man von der heutigen Zeit nicht mehr sagen kann. So weit so gut. 3 1 /2 Jahre später habe ich meine technische Ausbildung erfolgreich absolviert und wurde von dem Lehrbetrieb für weitere 6 Monate übernommen. Zur selben Zeit fanden die inszenierten Anschläge vom 11. September statt. Die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft bzw. auf die Weltwirtschaft sind ja ausreichend bekannt. Nach dieser sechsmonatigen Übernahmezeit bekam ich das also auch zu spüren indem kein Betrieb einen "Frischling" ohne Berufserfahrung einstellen wollte. Vielleicht erinnert man sich ja noch an den damaligen "Jugenwahn". Mitarbeiter sollten jung, dynamisch, flexibel sein und vor allen sollten über jahrelange Berufserfahrung verfügen. Das war auch der Zeitpunkt wo ich das erste mal Kontakt zu unseren netten deutschen Behörden hatte. Leider war dies nicht das einzige mal wie sich später rausstellen sollte. Ein Schicksalsschlag in Form einer "chronischen Erkrankung" machte mir zusätzlich das Leben schwer. Nach einer gewissen Zeit der Arbeitslosigkeit kristalisierte sich immer mehr heraus, dass ich mit dem erlernten Beruf in Kombination mit meiner Erkrankung auf dem Arbeitsmarkt kaum noch Fuss fassen würden, weil die Einschränkungen einfach zu gross sind und das Ausüben fast unmöglich machen. Zum damaligen Zeitpunkt gab es das Monster namens "Hartz-IV" noch nicht und die BA zeigte sich in Geberlaune und ermöglichte mir eine zweite Ausbildung in Form einer Umschulung im kaufmännischen Bereich. Voller Motivation und Hoffnung stürzte ich mich also in diese neue Herausforderung und sahe diese Gelegenheit als Chance im späteren Leben mit dieser Erkrankung noch am Erwerbsleben teilhaben zu können. Zwei Jahre später legte ich meine Prüfung ab und verfügte nun über "2!" erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung. Also dachte ich mir, dass es ja nicht schlecht sei. Ganz besonders wenn man über eine technische Erstausbildung und eine kaufmännische Zweitausbildung verfügt liese sich das doch wunderbar kombinieren z.B. in kleinen Handwerksbetriebe o. ä. Ich fand auch relativ schnell Anschluss an das Berufsleben. Allerdings bekam ich dann mit worauf es wirklich ankam. Nämlich um das abzocken von Fördergeldern. Das hat natürlich zur Folge, dass ich nie länger als die Probezeit bei Arbeitgebern beschäftigt war. Dementsprechend sieht natürlich auch meine Vita aus. Auf den ersten Blick würde bestimmt jeder Personalchef sagen, dass ich nicht fähig wäre zu arbeiten, weil ich nie die Probezeit überlebe. Also noch ein Stein der mir zusätzlich zu meiner Arbeitslosigkeit und Erkrankung in den Weg gelegt wird. Derzeit bilde ich mich wie viele von euch auch privat in Sachen SGB-II weiter Mittlerweile frage mich wo das alles Enden soll. Den Menschen wird jede Grundlage einer Planung genommen. Ergo werden keine Familien mehr gegründet. Gesellschaftlich wird man durch dieses Stigma "Arbeitslosigkeit" als Störfaktor des gesellschaftlichen Lebens gebranntmarkt. Statt dessen wird man als "Altmetall" auf dem Gleis "Hoffnung" geparkt und darf sich nun mit der ARGE um sein Recht bzw. sein Geld streiten. Da hat man doch keine Lust mehr wenn man sieht, dass das was man macht einem nicht mehr weiter bringt. Wozu dann noch die ganzen Anstregungen mit Aus- und Weiterbildung? Bringt doch eh nix. Ich weiss ja nicht was ich noch von der Zukunft erwarten soll, aber wenn man alles unternimmt ein menschwürdiges Leben zu führen und man partout keinen Zugang zum Arbeitsmart erhält bzw. einem dieser Zugang nicht gewährt wird dann liebe Freunde sag ich ganz klar haben die Arbeitgeber die ständig nach "Fachkräften" schreien eben Pech gehabt. Dann eben stempeln bis zur Rente. Die haben es ja so gewollt! Danke für eure Aufmerksamkeit :icon_klarsch: Paolo
__________________ "Versuche stets, aus Mist, Dünger zu machen". "Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird". - Winston Chruchill - "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist." - Henry Ford - " Vergebe deinen Feinden aber vergiss nie Ihre Namen" - John F. Kennedy - "Am 11. September 2001 starben 50.000 Menschen, durch Hunger." - Alltag - "Hartz-IV ist die arbeitsmarktpolitische Endlösung in der Erwerbslosenfrage" - Moi - |
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