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| Tags: foerdern, jobcenter, selbstbewusstsein |
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| | #1 |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 18.07.2008
Beiträge: 20
| Eine für manche zunächst irritierende Frage, jedoch mit ernstem Hintergrund: Nicht wenige von uns haben (aus den unterschiedlichsten Gründen - Krankheit, Kindeserziehungszeiten u.s.w.) seit Jahren nicht einen Tag mehr gearbeitet, dabei geht häufig auch das Gefühl für die Vorstellung verloren, wieder allmorgendlich aufzustehen, Verantwortung zu übernehmen etc. - ja, und nicht selten geht mit den Jahren der Arbeitslosigkeit auch das Selbstbewußtsein zuneige, so dass es fast unmöglich erscheint, wieder in geregelte Arbeit zu kommen, daher meine Frage: Bietet die Arbeitsagentur (z.B. in Berlin?) nicht auch Kurse an, mit denen all das wieder "erlernt" werden kann? Dabei meine ich eben nicht nur "Ein-Euro-Jobs; habt ihr davon schon gehört oder sogar Erfahrungen damit gesammelt? Geändert von VerliererNr.:3,6Mill. (15.09.2008 um 08:18 Uhr). |
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| | #2 |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 09.12.2005
Beiträge: 1.839
| Hmm, hab ich noch nicht gehört, außer irgendwelche Maßnahmen wie Bewerbungstraining, oder *Wie verhält man sich bei einem Vorstellungsgespräch*.... Vielleicht sollte man sich selber morgends den Wecker stellen um früh aufzustehen? ;) Manchen hilft es vielleicht sich einen Plan zu machen um ein geregelteres 'Leben' wieder in die Bahn zu bekommen? Selber stehe ich jeden Wochentag um 6 Uhr auf, wie wohl andere auch, die noch heranwachsende Kinder haben. Gruß Eka
__________________ Audiatur et altera pars.... |
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| | #3 | |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 18.07.2008
Beiträge: 20
| Zitat:
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| | #4 |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 04.07.2007 Ort: Niedersachsen
Beiträge: 815
| Ich denke, dass es ein Indiz dafür ist, wenn jemand nicht mehr in der Lage ist, seinen Alltag trotz Erwerbslosigkeit zu koordinieren und sinnvoll zu machen, dass dieser jemand therapeutische Hilfe nötig hat, die ihm mit Sicherheit kein Jobcenter geben kann. Grüße - Emma
__________________ Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen. (Loriot) |
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| | #5 |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 27.03.2008 Ort: Berlin
Beiträge: 908
| Hallo ! Die JC tragen leider nur dazu bei, das Selbstbewußtsein noch mehr zu verlieren, indem die Hilfesuchenden in sinnlose und schikanöse Maßnahmen gedrängt werden. Wenn die Probleme nicht von selbst zu lösen sind und es geht schon in Richtung soziale Phobie, dann können nur Therapeuten helfen. Meistens sind das erste Anzeichen von Depressionen, die besimmt keine Behörde feststellen und therapieren kann. Wenn es selbst nicht erkannt wird, ob man alleine aus der Situation herauskommt, dann sollte eine Untersuchung durch den psychologischen Dienst gefordert werden. Noch besser, man sucht sich selbst therapeutische Hilfe. Da gibt es gute Möglichkeiten, z.B. ambulant, wo Betroffenen geholfen wird, ihr Selbstbewußtsein zu stärken.Die Zielgruppe sind vor allem Arbeitslose und Mobbingopfer. Einen Selbstversuch ist es allerdings wert, sich eine Tagesstruktur zu verschaffen, jedoch nicht mit den empfohlen Methoden. MfG |
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| | #6 | |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 11.01.2006
Beiträge: 4.519
| Zitat:
Wer Kinder erzieht, übernimmt automatisch jeden Tag Verantwortung und das das keine Arbeit ist bezweifle ich. Ich muss jeden Tag zu einer bestimmten Zeit aufstehen, weil ich einen lebenden Wecker auf zwei Beinen habe und der ist echt pünktlich und und Abends geht der Wecker um 20 Uhr ins Bett. ;-) Ich kann mir nur vorstellen, dass jemand depressiv ist, wenn er morgens nicht mehr aufstehen kann. Da hilft dann wirklich nur noch ein Therapeut, um die Depressionen zu überwinden und gute Freunde! Meine Bekannte faselt auch dauernd davon, dass ich nach meiner Elternzeit angeblich nicht mehr aus dem Bett komme und mich an Arbeit gewöhnen muss, da könnte ich an die Decke gehen. Ich frage mich dann immer, wie andere Menschen dazu kommen, Erwerbslosen und in Elternzeit Befindlichen etwas einreden zu wollen, was einfach nicht wahr ist. Wenn ich einen Termin habe, muss ich auch zu einer bestimmten Zeit dort sein. Arbeit ist nichts Anderes. Ich gehe jeden Tag zu einer bestimmten Zeit irgendwohin. Fertig! Langsam kotzt mich das an ...(ich meine nicht dich, sondern die Leute, die so einen Schmarrn erzählen)
__________________ Bye und lg andine Geändert von andine (15.09.2008 um 09:07 Uhr). | |
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| | #7 |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 11.10.2007
Beiträge: 1.696
| Sinnlose Maßnahmen wie Bewerbungschreiben (das ich ja kann) kratzen sehr an meinem Selbstwertgefühl. Mein Ehrenamt dagegen tut meinem Selbstwertgefühl extrem gut. |
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| | #8 | |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 09.12.2005
Beiträge: 1.839
| Zitat:
Wenn es Depressionen sind, wäre eine Therapie vielleicht hilfreich, oder fühlt man sich nutzlos und hat Frust, weil man keinen Job hat und fragt sich, wofür es sich überhaupt noch lohnt aufzustehen? Ich denke auch mit dem geregelteren Tagesablauf ist das so eine Sache.... man verschiebt vieles, weil man 'angeblich' Zeit hat... LG Eka
__________________ Audiatur et altera pars.... | |
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| | #9 | |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 18.07.2008
Beiträge: 20
| Zitat:
Ich bringe es nochmals auf den Punkt:nicht wenige haben schlicht verlernt, sich den Aufgaben des Arbeitsalltages zu stellen; bedingt durch z.T. jahrelange Arbeitslosigkeit litt entsprechend auch das Selbstwertgefühl, es ist das Gefühl für Verantwortung, gesellschaftlichen Umgang, ursächlich durch Isolation etc. verloren gegangen! All das wäre aus meiner Sicht Aufgabe der Arbeitsagenturen, durch entsprechende, z.T. individualisierte Kurse gegenzusteuern, das geschieht jedoch nicht und das kann ich nicht nachvollziehen. | |
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| | #10 | |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 18.07.2008
Beiträge: 20
| Zitat:
Ich bin überzeugt davon, dass Depressionen erst Folge der Arbeitslosigkeit sind! Um dem jedoch gegenzusteuern, bedarf es einer Arbeitsaufnahme, nur WIE, wird sich mancher fragen. | |
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| | #11 |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 18.07.2008
Beiträge: 20
| Das ist eine sehr gute Idee, Hartziger, immerhin wird man damit in der "gesellschaftlichen Mitte" gehalten, das Miteinander, die Kommunikation untereinander, ja eben das Wesentliche eines Arbeitsalltages wird dadurch erst gar nicht verlernt, was einige eben daran hindert, wieder "Fuss zu fassen". |
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| | #12 |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 18.07.2008
Beiträge: 20
| Du hast völlig Recht, Sissi! Die JobCenter verschwenden völlig unverständlich wertvolle (auch personelle) Zeit durch sinnlose, arbeitslosigkeitsverlängernde und für den Steuerzahler teure Maßnahmen, anstatt zu schauen, woran es im Einzelnen mangelt, was den Hilfesuchenden hindert, wieder in Arbeit zu kommen! - Dieser nämlich neigt sodann (i.d.R.) dazu, eben weil er aufgezwängte Maßnahmen als Schikane wahrnimmt, Kraft und Zeit zu verbringen, dem zu entgehen, Stichwort Krankschreibungen etc., anstatt sich der ursächlichen Problemlösungen zuzuwenden - spätestens dann beginnt sich der Leistungsempfänger "zurückzuziehen", er wird "unerreichbar". |
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| | #13 | |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 16.03.2007 Ort: Klopsheim a.d. Sauce
Beiträge: 271
| Zitat:
Und wenn es dort doch mal jemanden geben sollte, der sich dieses Gefühl für die Hartz-IV-Empfänger leistet, der ist nicht lange dort. Der wird da nämlich krank, das weiß ich aus erster Hand.
__________________ Gruß, Heinz "Hartz IV ist offener Strafvollzug." (Götz Werner) Wer einmal in den Fängen einer Arge war, wird nie wieder SPD wählen. | |
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| | #14 | |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 18.07.2008
Beiträge: 20
| Zitat:
Meine SB: Mitte dreißig, lieb, sympathisch, ein Stück weit auch engagiert, aber so einfühlsam wie ein Bulldozer. Sie versteht, was man ihr als Arbeitnehmerin auch gar nicht vorwerfen kann, nicht, dass nicht zwingend eine vermeintlich mangelnde Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme Grund der Arbeitslosigkeit sein muß, sondern häufig ein "Rattenschwanz" an (persönlichen) Problemen dazu führt, dauerhaft in Arbeitslosigkeit zu verweilen. Die Bundesagentur trägt überwiegend Schuld an dem Dilemma in den JobCentern: statt Psychologen in Zusammenarbeit mit den Fallmanagern Erstgespräche anzubieten, um zu ermitteln, welche Hilfsmaßnahmen zunächst bereitgestellt werden müssen, um der Hilfebedürftigkeit des Antragsstellers zu begegnen, wurden massenweise völlig fachunkundige und allenfalls angelernte einstige Beamte der Telekom oder Post auf die Erwerbslosen losgelassen, mit fatalen Folgen. | |
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| | #15 | |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 16.03.2007 Ort: Klopsheim a.d. Sauce
Beiträge: 271
| Zitat:
Die Menschen, die sich in Strukturen wie Parteien, Behörden wie Argen, Bundeswehr, Polizei o.ä. nach oben kämpfen, sind meiner Erfahrung nach sehr häufig gefühls-amputiert. Und das ist gefährlich, weil es nachweislich ohne Gefühle keine Vernunft und keine echte Moral gibt. Vernunft ist nicht mit Verstand gleichzusetzen. Vernunftsentscheidungen beinhalten sowohl Verstand als auch (z.B. Mit-)Gefühl.
__________________ Gruß, Heinz "Hartz IV ist offener Strafvollzug." (Götz Werner) Wer einmal in den Fängen einer Arge war, wird nie wieder SPD wählen. | |
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| | #16 | |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 04.07.2007 Ort: Niedersachsen
Beiträge: 815
| Zitat:
Grüße - Emma
__________________ Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen. (Loriot) | |
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| | #17 |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 18.07.2008
Beiträge: 20
| Es geht in Teilen sicher auch um mich, Emma; mir war es allerdings auch wichtig, zu verdeutlichen, dass ich nicht alleine damit stehe, aus eigener Kraft nicht mehr aus der Misere herauszukommen - meine Beiträge stehen hier stellvertretend also auch für eine Vielzahl anderer Hilfesuchender, mit denen ich z.B. während der zahllosen Wartezeiten in den JobC |