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| Tags: arbeit, zumutbar |
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| | #1 |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 30.05.2008 Ort: Thüringen
Beiträge: 6
| Hallo, ich bin neu im Forum aber gerade das Thema "über 50" und alles was zurzeit damit getrieben wird, beschäftigt mich sehr. Mein Arbeitsvermittler fragte mich im Januar, ob ich bereit wäre, an einem Projekt "Agil....." teilzunehmen. Auf meine Frage, worum es sich dabei handeln würde, sagte er mir, es geht um die Vermittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt und näheres würde ich dann in einer Informationsveranstaltung erfahren. Im Mai bekam ich dann einen Anruf von einer ARGE-Mitarbeiterin, ich solle mich am nächsten Tag bei einem von ihr genannten Maßahmeträger melden. Ich hatte mich allerdings schon ein paar Tage zuvor abwesend gemeldet, wegen einer dringenden privaten Angelegenheit. Das wurde akzeptiert und ich bekam dann einen Termin eine Woche später. Die Info-Veranstaltung hab ich also nicht besuchen können. Aber zu dem späteren Termin wurde ich kurz von einem Mitarbeiter des Maßnahmeträgers informiert und dann kam die Dame von der ARGE, legte mir eine Eingliederungsvereinbarung vor die Nase und belehrte mich sofort, wenn ich das Ding nicht unterschreiben würde, trete sofort die Rechtsfolge ein (ich nehm mal an, dass sie eine Sanktion umschreiben wollte). Bis dahin hatte ich die EGV noch nicht einmal gelesen, geschweige denn in allen Teilen verstanden, denn es befanden sich sehr viele Fehler im Text. Nun bin ich wahrlich nicht in der Lage, Sanktionen in Kauf zu nehmen. Ich lebe mit meinem Mann in einer Bedarfsgemeinschaft und wir bekommen beide 312 Euro plus die üblichen Kosten für Unterkunft und Heizung. Jedenfalls befragte mich die ARGE-Mitarbeiterin zu all den Fakten, die ja nun schon seit über sechs Jahren meiner Arbeitslosigkeit allmählich bekannt sein sollten. Und gebetsmühlenartig flocht sie immer wieder die Rechtsfolge ins Gespräch mit ein. Das hat sich auch nicht anders ergeben, als sich mich extra noch einmal direkt in die ARGE bestellte. Irgendwie komme ich mir inzwischen vor, als stehe ich ständig vor einer hochnotpeinlichen Befragung aus dem Mittelalter. Es kann nun mal bei Menschen, die relativ kurz vorm 60. Geburtstag stehen gewisse Hemmnisse geben, jede zumutbare Arbeit anzunehmen. Wobei ich belehrt wurde, dass es auch zumutbar sei, für einen Lohn unterhalb des Existensminimus zu arbeiten. Na toll!!! Bleibt die Frage, wer dann an meiner Arbeitskraft gewinnt? Muß doch für jemanden profitabel sein, dass man Menschen unter der ständigen Androhung von Sanktionen in Arbeitsverhältnisse pressen kann. Ich komme berufsmäßig aus dem kaufmännischen Bereich und soll mich nun dringend umorientiern, sie hätte eine offene Stelle als Monteur zu besetzen. Bin ich jetzt im falschen Film? Ich bin mir völlig sichen, dass es im Bundesland Thüringen noch irgendwo Monteure gibt, die arbeitslos sind, aber sich nicht freiwillig in so einen Billiglohnstress begeben. Um zum Ende zu kommen, der Maßnahmeträger verdient an der Vermittlung eines jeden Teilnehmers dieser Maßnahme, die ARGE verdient ebenfalls daran, und last not least der Arbeitgeber, an den man unter Androhnung von Sanktionen mehr verhökert als vermittelt wird. Ist das noch Arbeitsmarkt oder entwickelt sich das zurück in die Sklavenhalterei? Und im übrigen wird das alles aus Geldern der Steuerzahler finanziert. Laßt Euch was einfallen, wie man es ändern kann. Ich muß jetzt ins Bett, morgen früh so Gott will, werd ich wieder sanktioniert........... |
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| | #2 |
| Redaktion Registriert seit: 18.06.2005 Ort: M. bei Bonn
Beiträge: 2.485
| Moinsen Waldmensch, ich hab' mal einen neuen Thread aufgemacht... und willkommen hier im Forum!
__________________ Beste Grüße aus M. bei Bonn von Curt The Cat ------------------------------- Alle meine Beiträge und Antworten entspringen meiner pers. Meinung und Erfahrungen , stellen daher keinerlei Rechtsberatung dar ! "Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht" - Bertold Brecht Lieber aufrecht sterben, als auf Knien leben... deshalb WIDERSTAND!!! Spendenkonto: Trägerverein Erwerbslosen Forum Deutschland, Sparkasse Bonn, BLZ 38050000, Kto 1900057306 |
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| | #3 | |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 11.10.2007
Beiträge: 1.715
| Zitat:
"Jede Arbeit zumutbar....?" Ja. Du musst alles tun um deine Hilfebedürftigkeit zu verringern. Ist leider so. | |
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| | #4 | |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 19.03.2008 Ort: Ruhrgebiet
Beiträge: 940
| Zitat:
Tja, wir kämpfen alle mit diesem Blödsinn, gucke das du hier Freunde findest die dich zur ARGE begleiten... guts Nächtle wünsche ich euch
__________________ Unser Steuerrecht: Etwa 96.000 Verwaltungsvorschriften, ca. 5000 Anleitungen und rund 100 Stamgesetze, wer braucht so eine Sch... ausser die Großkonzernlobby? Ich könnte | |
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| | #5 | |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 11.01.2006
Beiträge: 4.701
| Zitat:
__________________ lg andine Einen frohen Nikolaus wünsche ich allen Forumsmitgliedern Der Pessimist sieht das Dunkle im Tunnel. Der Optimist sieht das Licht am Ende des Tunnels. Der Realist sieht im Tunnel einen Zug kommen. Und der Zugführer sieht die drei Idioten auf den Gleisen sitzen. | |
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| | #6 |
| Neuer Benutzer Registriert seit: 30.05.2008 Ort: Thüringen
Beiträge: 6
| Hallo FrankyBoy und alle, die sich da gemeldet haben, hab nachts nicht mal mehr Albträume, sondern schlafe fast gar nicht mehr. Aber erst einmal vielen Dank für die Informationen. Ich klick mich gleich durch die Links. Heute war beim Maßnahmeträger für ca. 1,5 Stunden ein Zusammentreffen aller Teilnehmer. Es sollten offene Stellen angeboten werden. Ich war vorigen Donnerstag zu einem Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma. Sie suchten 4 Datenerfasser, der Maßnahmeträger bot es an und vereinbarte den Termin zum Vorstellungsgespräch. Bei dieser Firma sollte ich sofort den unbefristeten Arbeitsvertrag unterschreiben, was die anderen drei Damen bereits getan hatten. Meiner Meinung nach dient ein Vorstellungsgespräch nicht zwingend einem Vertragsabschluß. Ich nahm die Stelle auch nicht an, weil sie mir nicht zusagte. Die beiden Kursleiter nahmen mich daraufhin heute ziemlich in die Mangel. Warum ich erst zum Vorstellungsgespräch gefahren wäre, wenn ich die Stelle nicht angenommen habe. Man hat absolut keine Rechte mehr. Mit Hartz IV wird nicht nur das Grundgesetz vergewaltigt, für Arbeitslose gelten einige sehr wichtige Paragrafen des Zivilrechts auch nicht mehr. Mir ist schon klar, dass das den Forumlesern alles bekannt ist, aber es ist bereits Wahlkampfstimmung im Lande und jede Partei will die anderen im Verbessern der sozialen Bereiche ausstechen um beim Wähler zu punkten. Ich kann nur hoffen, dass auch alle Wähler sind. Bis später. |
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| | #7 |
| Erfahrener Benutzer Forumnutzer Registriert seit: 11.10.2007
Beiträge: 1.715
| Mache den Kursleitern klar, dass du mit dir nicht alles machen lässt und du deine Rechte kennst und nutzen wirst. Und ja, jeder Vertrag muß erstmal geprüft werden. Das ist dein gutes Recht! Nimm vielleicht zu solchen Vorstellungsgesprächen nächstes mal einen Beistand mit. Dann sollten die etwas vorsichtiger werden. |
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